Gewerbe soll mehr Parkmöglichkeiten erhalten

LUZERN ⋅ Die Verkehrssituation ist für Firmen oft ein Ärgernis. Nun prüft der Stadtrat ein neues Parkierungskonzept.
13. Juni 2017, 00:00

Wie können öffentliche Parkplätze gewerbefreundlicher gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich nun der Luzerner Stadtrat. Er nimmt das Postulat «Gewerbeparkplätze für eine florierende Wirtschaft» der SP/Juso-Fraktion entgegen. Dieses verlangt, dass eine neue Parkplatzkategorie eingeführt wird, die während der Arbeitszeiten ausschliesslich vom Gewerbe benutzt werden darf. Ein Anteil der weiss und blau markierten oder der Parkhaus-Parkplätze soll dabei in speziell gekennzeichnete Gewerbeparkplätze umgewandelt werden (Ausgabe vom 10. Dezember 2016).

Von den Postulanten wurde der Stadtrat zudem aufgefordert, in der Prüfungsphase das Bedürfnis des Gewerbes abzuklären. Ein solches Bedürfnis ist laut dem Stadtrat durchaus vorhanden. «Gewerbetreibende beklagen sich regelmässig über die Verkehrssituation in der Stadt Luzern» heisst es in seiner Stellungnahme zum Postulat. Demnach bleiben Gewerbefahrzeuge regelmässig im Verkehr stecken, und Parkgelegenheiten werden nicht schnell genug gefunden. Für die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt sei eine funktionierende Verkehrserschliessung, und somit auch genügend Parkplätze, jedoch essenziell.

Parkflächen sollen je nach Zweck umverteilt werden

Trotzdem beurteilt die Stadt die Forderung der Postulanten, gewisse Parkplätze für das Gewerbe zu reservieren, als kritisch. Um die Anliegen des Gewerbes zu stärken, würden «aber sehr wohl Möglichkeiten geprüft».

Was also will die Stadt tun, um die Situation zu verbessern? «Genau dies wird im Rahmen des Grundkonzepts Parkierung geprüft, wobei es natürlich nicht nur um Gewerbefahrzeuge im engeren Sinne geht», sagt auf Anfrage Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne). Die Arbeiten zu diesem Konzept sind derzeit in Gang, besonders im Fokus stehen dabei Parkplätze im Zentrumsbereich. So prüft die Stadt unter anderem Möglichkeiten, um Flächen auf öffentlichem Grund für verschiedene Parkierungszwecke umzuverteilen. Folgende Benutzergruppen unter den Autofahrern sollen laut Borgula als gemeinsame Kategorie definiert werden: Anwohner, Serviceverkehr sowie Pendler. «Wir suchen immer möglichst einfache Lösungen. Das haben wir auch beim Parkkartenreglement so gehalten», ­so Borgula. «Die zu treffenden Massnahmen können und sollen aber Auswirkungen haben auf verschiedene Parkierungszwecke.» Klar ist, dass mehr Gewerbeparkplätze im Gegenzug weniger Parkplätze für andere Nutzer zur Folge haben.

Um dem Gewerbe im Vorfeld auf den Zahn zu fühlen, hat der Stadtrat bereits im Februar einen Workshop durchgeführt. Laut Adrian Borgula konnte die Stadt so diverse Anregungen und Fragen von Interessenvertretern und Mitgliedern der Verkehrskommission entgegennehmen. «Wir haben einen Zwischenstand aus den laufenden Arbeiten zum Parkierungskonzept zur Diskussion gebracht. Dies wurde insgesamt recht positiv aufgenommen.» Die Vertreter des Gewerbes werden auch weiterhin in den Planungsprozess einbezogen und auch in die spätere Umsetzungsphase involviert.

Mit der Stau- und Parkplatzproblematik beschäftigt sich der Luzerner Stadtrat freilich nicht das erste Mal. So verlangt etwa der bereits verabschiedete «Wirtschaftsbericht der Stadt Luzern» eine Erarbeitung eines Parkplatzkonzepts zur Sicherung der Bedürfnisse der Wirtschaft. Dem Anliegen «Weniger Stau» will der Stadtrat zudem nun mit dem «Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern» begegnen und entsprechende Massnahmen noch in diesem Jahr bekanntgeben.

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

«Wir suchen immer möglichst einfache Lösungen.»

Adrian Borgula

Verkehrsdirektor Stadt Luzern


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