Hier drohen Überschwemmungen

GEFAHRENKARTE ⋅ Rot, blau oder gelb: In der Stadt Luzern gibt es verschiedene Gefährdungsstufen. Eine überarbeitete Karte zeigt, wo es Einschränkungen bei Neu- oder Umbauten gibt.
14. November 2017, 00:00

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Welche Gebiete in der Stadt Luzern sind durch Hochwasser und Rutschungen gefährdet? Wo gibt es deshalb Einschränkungen bei Neu- oder Umbauten? Das zeigt eine überarbeitete Gefahren­karte. Sie unterscheidet zwischen drei Gefährdungsstufen: rot (erhebliche Gefährdung), blau(mitt­lere Gefährdung) und gelb (geringe Gefährdung).

«In Gebieten mit Gefährdungsstufe Gelb weisen wir die Grundeigentümer auf mögliche Gefahren hin – hier gibt es mit wenigen Ausnahmen keine spezifischen Vorschriften bezüglich Naturgefahren», erklärt Miriam Asanger, Bereichsleiterin Siedlungsentwässerung und Naturgefahren der Stadt Luzern. Anders sieht es bei der Stufe Blau aus: «Hier erteilt die Stadt bei Neu- und Umbauten Auflagen. Zum Beispiel muss die Garageneinfahrt so erstellt werden, dass sie nicht im Hochwasser-Zuflussbereich liegt. Auch müssen Kellerfenster über dem voraussichtlichen Hochwasserspiegel liegen.» In Gebieten mit Gefährdungsstufe Rot gilt, dass Neubauten nur in sehr speziellen Ausnahmefällen zulässig sind.

Neue Gefahrenherde im Stadtteil Littau

Die bestehende Gefahrenkarte der Stadt Luzern war im Bereich Wasser nicht mehr auf dem neusten Stand. «Zwar waren die durch Überflutung gefährdeten Flächen ausgewiesen. Welches Gewässer die Quelle dafür war, konnte jedoch nicht nachvollzogen werden», so Asanger. «Konkrete Massnahmen auf ihr Kosten- Nutzen-Verhältnis zu überprüfen, war deshalb kaum möglich.» Zudem musste die Gefahren­karte der im Jahr 2010 mit der Stadt Luzern fusionierten Gemeinde Littau ebenfalls auf den neusten Stand gebracht werden.

Neue Gefahrenherde im Stadtteil Luzern haben sich laut der Stadt in letzter Zeit keine herauskristallisiert. In Littau hingegen ist neu der Staffeltälibach hinzugekommen. Hier müssen im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Schulhauses Staffeln entsprechende Massnahmen realisiert werden. «Im Bereich des Fussballplatzes beim Schulhaus wird ein Teil des zurzeit unterirdisch gelegten Staffeltälibachs offengelegt und revitalisiert», sagt dazu Miriam Asanger. «Weiter unten werden die Rohre vergrössert.» Beim Staffeltälibach gilt im Projektperi­meter die mittlere Gefährdungsstufe (Blau). Des Weiteren sind auf der Gefahrenkarte nicht nur Gebiete eingezeichnet, die durch fliessende Gewässer überschwemmt werden können. Auch Areale, auf denen Rutschungen entstehen können, sind darauf ersichtlich. «Überschwemmungen entstehen meist rasch und heftig», sagt Asanger. «Zu Rutschungen kommt es nach wochenlangen Regenfällen, wenn sich die Böden mit Wasser gesättigt haben.» Deshalb sei die Gefahrenbeurteilung unterschiedlich – und entsprechend unterschiedlich können laut Asanger auch die Auflagen bei Baugesuchen sein.

Hinweis

Bei der Grafik oben handelt es sich um eine vereinfachte Dar­stellung der Gefahrenkarte, auf der die Areale mit möglichen Überschwemmungen und Rutschungen übereinandergelegt, also nicht gesondert ersichtlich sind. Die aktualisierte Naturgefahrenkarte Wasser ist auf dem kantonalen Geoportal aufgeschaltet: www.geo.lu.ch/map/gefahrenkarte


Leserkommentare

Anzeige: