Hier wird das Feuer für die Kultur entfacht

KRIENS ⋅ Der Umbau des ehemaligen Feuerwehrdepots ist fertig. Mitte Oktober wird der Schappesaal in Betrieb genommen – und beherbergt bei seiner Premiere auch gleich das Projekt einer gebürtigen Krienserin.
07. Oktober 2017, 00:00

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Es wurde einmal komplett ausgehöhlt, um dann zu einem neuen Gebäude zusammengebaut zu werden – das ehemalige Feuerwehrdepot in Kriens. Daraus entstanden ist ein neuer Veranstaltungssaal im Kulturzentrum Schappe Süd. Am Mittwoch, 18. Oktober, wird der Schappesaal eingeweiht. Die Krienserin Evelyne Aeschlimann darf diesen als Erste nutzen. Sie wird gemeinsam mit ihrem Team ein Musiktheater aufführen. Dies ist ein weiterer Meilenstein in der Realisierung des Jugend- und Kulturzentrums Schappe Süd.

Vor mehr als einem Jahr begannen die Bauarbeiten für die Umgestaltung des ehemaligen Werkhof-Areals. Wo früher ­das Feuerwehrlokal war, ist der Schappesaal mit Platz für bis zu 250 Personen entstanden. In den weiteren Teilen des Kulturzen­trums wurde Platz geschaffen für Ateliers und Ausstellungsräume, und es entstand ein Gebäude für die Jugendkultur. Dieses konnte von der Jugendanimation bereits im August dieses Jahres bezogen werden. Für die Musikschule wird bis im Sommer 2018 auf dem Areal ein Neubau erstellt.

Schappesaal als Konkurrenz zum Gemeindesaal?

Die Gemeinde Kriens realisiert das Projekt in Eigenregie und ­investiert dafür 10,4 Millionen Franken. Die Umgestaltung der Schappehallen ist Teil der ge­samten Aufwertung des Orts­­­­­zentrums. Das Projekt «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum» verfolgt das Ziel, den Ortskern attraktiver zu gestalten.

Nebst den Veränderungen auf dem Schappe-Areal gehören drei weitere Teilprojekte zum Gesamtprojekt dazu. Unter anderem entsteht zurzeit auf dem Pilatus-Areal das Zentrum Pilatus – das neue Gemeindehaus. Dieses beherbergt künftig die gesamte Gemeindeverwaltung sowie den Gemeindesaal, der Platz für bis zu 350 Personen bietet. Wie sich dieser vom Saal im Kulturzentrum Schappe unterscheidet, erklärt Benedikt Anderes, Kommunikationsverantwortlicher von Kriens: «In erster Linie unterscheiden sich die Säle in ihrer Grösse. Der Schappesaal ist der Ersatz für das ehemalige Kino Scala und eignet sich besonders für Konzerte, Theater, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.»

Auch das Ambiente in beiden Sälen sei komplett unterschiedlich: Im Zentrum Pilatus entsteht ein moderner Mehrzwecksaal, wohingegen der Schappesaal besonders mit seiner industriellen Vergangenheit als ehemaliger Maschinensaal der Seidenspinnerei punkten kann. Auch die gastronomische Versorgung der beiden Säle zeigt Unterschiede auf: «Der Schappesaal verfügt über eine kleine Officeküche, in welcher Speisen aufbereitet, aber nicht frisch zubereitet werden können. Im Zentrum Pilatus steht eine Gastronomieküche für die kulinarische Verpflegung während der Veranstaltungen zur Verfügung», so Anderes.

Lokale Vereine werden bevorzugt

Im Zentrum Pilatus wird zusätzlich Raum für Läden, Gastronomiebetriebe und Dienstleistungsunternehmen geschaffen. In den oberen Geschossen sind Büros und Wohnungen geplant. Realisiert wird das Projekt gemeinsam mit der Generalunternehmung Alfred Müller AG mit Sitz in Baar. Die Investitionen der Gemeinde Kriens belaufen sich auf 20 Millionen Franken. Der Bezug des Zentrum Pilatus ist auf Ende des nächsten Jahres vorgesehen.

Für die Vermietung der beiden Säle ist die Gemeinde Kriens verantwortlich. Lokale Vereine und Veranstalter erhalten einen ermässigten Mietpreis. «Mit der Bevorzugung der einheimischen Vereine möchten wir das kulturelle Leben in Kriens aktiv unterstützen», erklärt Benedikt Anderes weiter.

Saal wird in Gefängnis verwandelt

Diese Unterstützung erhält nun auch die Krienserin Evelyne Aeschlimann. Sie hat ihr Buch «Captured» in ein Musiktheater umgestaltet und wird ihr Erstlingswerk ab dem 18. Oktober im Schappesaal aufführen. Das Theaterstück spielt in einem Frauengefängnis und lässt die Charaktere von sechs Insassinnen, zwei Wächtern und einem Direktor aufeinanderprallen. In ihrem Projekt wird die 32-jährige Theater-Produzentin von Franca Basoli (Regie) und Jakob Schönenberger (Choreografie und 3D-Visualisationen) unterstützt.

Hinweis

Aufführungen: 18./19./21. Oktober um 20 Uhr; 22. Oktober um 19 Uhr statt. Tickets und Infos: www.captured-musiktheater.ch

Die Zentrumsbaustellen sowie das Schappe Süd können am 28. September besichtigt werden.


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