Horw rückt näher an den See

VISION ⋅ Eine neue S-Bahn-Station, einen SGV-Schiffssteg und mehrere Promenaden – das sieht das neue Leitbild Horw See vor. Bis zu dessen Verwirklichung sind aber noch viele Hürden zu überwinden.
14. August 2017, 00:00

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Das Ufer an der Horwer Bucht ist nur an wenigen Orten erreichbar. So schränken etwa das Naturschutzgebiet Steinibachried und die Sand + Kies AG den Zugang ein. Das soll sich künftig ändern. Der Entwicklungsträger Luzern Plus hat unter anderem mit dem Kanton und der Gemeinde das Leitbild Horw See erarbeitet. Dieses ist zur Vernehmlassung auf www.horw.ch aufgeschaltet und sieht folgende Entwicklungen vor (vergleiche auch Grafik):

Der Kanton will bis 2026 den Hochschulstandort für 333 Millionen Franken ausbauen. So soll auch die Pädagogische Hochschule nach Horw ziehen (Ausgabe vom 7. Juli). Ab ungefähr 2035 soll südlich des Campus die neue S-Bahn-Haltestelle Horw See realisiert werden. Wieso nicht zeitgleich mit dem Hochschulausbau? «Zuerst muss eine Entwicklung stattfinden, welche die Nachfrage schafft», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). Weiter müsste auch ein neuer Standort für den Werkhof gefunden werden.

Um die Hochschule mit dem See zu verbinden, ist eine grosszügige Unterführung bei der ­S-Bahn-Station skizziert. Bei deren Ausgängen sollen auf Terrassen Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Bäume entstehen.

Nicht nur mit dem Zug, sondern auch per Schiff könnte Horw künftig besser erreichbar sein. Im Leitbild ist ein Steg für Kursschiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) vorgesehen. Diese halten derzeit nur in Kastanienbaum. «Ob ein neuer Halt realistisch ist, ist noch offen. Dies hätte einen gewissen Umweg für die Schiffe zur Folge», sagt Zemp. «Es ist aber natürlich möglich, dass auch andere Anbieter als die SGV den Steg anlaufen.»

Das Areal der Sand + Kies AG soll öffentlich zugänglich werden. Am See könnte eine Promenade mit Grünflächen entstehen, auf dem hinteren Teil Wohnungen, Sportanlagen, Gewerberäume oder weitere Bildungseinrichtungen – das ist noch offen. Dies gilt auch für den Realisierungszeitraum. Der Wegzug der Sand + Kies AG sei ein langfristiges Szenario, so Zemp. Solange in Luzern Süd gebaut werde, brauche es auch Beton.

Die Gemeinde will das Seebad Horw sanieren und auch im Winter, ähnlich wie die Krienser Badi, als Parkanlage öffnen. Das Entwicklungskonzept schlägt zudem ein öffentliches Café neben dem Schiffssteg vor.

Der Pachtvertrag mit dem TCS für den Campingplatz läuft Ende 2018 aus. Danach könnte auf dem Areal ein öffentlicher Park entstehen. «Mittelfristig ist auch ein Ausbau der Sportanlagen möglich», sagt Zemp. «Betreffend die Nutzung bestehen unterschiedliche Ansprüche.»

Im Gebiet rund um die Sportanlagen und den See soll es mehr Wegverbindungen geben. Als Vision ist die Verlängerung des bestehenden Naturschutzpfades bis zum Seehotel Sternen eingezeichnet. «Dem Gemeinderat ist bewusst, dass ein solcher Weg, beispielsweise auf einem Steg im See, heikel ist. Dennoch möchten wir die Diskussion zulassen», sagt Zemp.

Die Technikum- und die Alt­sagenstrasse sollen Teil der Südallee werden. Die Südallee ist eine geplante städtische Promenade zwischen Horw und der Krienser Arsenalstrasse. Der Realisierungszeitraum ist noch offen, zumal die Südallee in der Krienser Kuonimatt durch private Grundstücke führen würde.

Auch die Kantonsstrasse soll zur Promenade mit Baumreihen ausgebaut werden. Auf der nördlichen Strassenseite sind Gebäudehöhen bis zu 24 Metern vorgesehen, die als «Stadtkante» den Rand zum dicht besiedelten Gebiet markieren, heisst es im Leitbild. Im Seefeld südlich der Strasse ist keine Verdichtung geplant.

Auf dem Deckel der Autobahn befindet sich der Autobahnpark. Er dient als Aufenthalts- und Erholungsraum. Nutzungen wie Schrebergärten oder Spielplätze sind hier angedacht. Permanente Bauten sind aber nicht möglich, da das Bundesamt für Strassen bei allfälligen Sanierungen die Abdeckung der Autobahn öffnen können muss.

Zemp betont, dass es sich erst um ein Leitbild handelt. «Es ist für Grundeigentümer nicht verbindlich und als Richtlinie zu verstehen, die wir anwenden, wenn die Bebauungspläne für die jeweiligen Arealentwicklungen erarbeitet werden.» Anders als beim Zentrumsprojekt Horw ­Mitte sollen die Grundeigentümer den Takt für die Entwicklung auf ihren Parzellen vorgeben. ­Daher ist auch der Zeithorizont bei den meisten Entwicklungsschwerpunkten noch offen.

Für die kommunalen Grundstücke Campingplatz, Seebad und Sportanlagen will die Gemeinde 2018 die Nutzung und Gestaltung in einem Wettbewerbsverfahren klären. Danach könne man mehr über die Zukunft dieser Areale sagen.

Hinweis

Die Vernehmlassung läuft noch bis Ende September. Am Mittwoch findet im Saal Egli auf dem Gemeindehausplatz ab 19 Uhr ein Info-Anlass zum Leitbild Horw See statt.


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