Horw will Schülerhorte ausbauen

VOLKSSCHULE ⋅ Das Betreuungsangebot für Schüler ist in Horw weniger gut ausgebaut als in den Nachbargemeinden. Das will der Gemeinderat nun ändern – auch dank Druck von Eltern.
06. Oktober 2017, 00:00

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Für immer mehr Eltern ist es eine Selbstverständlichkeit: Die Kinder können von frühmorgens bis am Abend in der Schule bleiben. Nicht überall sind solche Tagesbetreuungsangebote aber gleich gut ausgebaut. In Horw bieten zwar alle vier Primarschulhäuser einen Mittagstisch an. Die Betreuung vor und nach der Schule ist jedoch nur im Kids-Treff im Schulhaus Hofmatt möglich.

Für Einwohnerrätin Caroline Wiezel (L20) ist dies nicht genug. In einem Postulat fordert sie den Gemeinderat auf, das bestehende Angebot zu überprüfen und den Bedürfnissen entsprechend anzupassen. «Horw entwickelt sich vom Dorf zur Stadt. Das ergibt Veränderungen in den Familienmodellen», begründet Wiezel. Es entstehe zunehmend das Bedürfnis, Kinder schulergänzend betreuen zu lassen. Leider bestehe in Horw derzeit ein mangelndes Angebot. Aus diesen Gründen würden viele Frauen auf eine Erwerbstätigkeit oder den beruflichen Wiedereinstieg verzichten, so Wiezel. Zwar ist der Kids-Treff im Schulhaus Hofmatt im Prinzip auch für Kinder aus anderen Schulhäusern zugänglich. Doch: «Die zentrale Tagesbetreuung ist umständlich», so Caroline Wiezel. Die Kinder müssten zwischen den Schulhäusern hin und her reisen. «Dies ist besonders für Kinder aus Kastanienbaum oder St. Niklausen kaum zumutbar. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Eltern dagegen, ihr Kind in den Kids-Treff zu geben», so Wiezel.

Umfrage zeigt: Der Bedarf liegt doppelt so hoch

Die Einwohnerrätin ist mit ihrem Anliegen nicht allein. Um die Bedürfnisse der Familien zu ermitteln, führten vier Mütter in diesem Frühling auf eigene Faust eine Umfrage bei mehr als 300 Familien durch. Die Ergebnisse zeigen den Bedarf deutlich auf – nicht nur bei der Tagesbetreuung, sondern auch beim Mittagstisch. Denn dieser wird zwar überall angeboten, doch die Plätze sind auf rund 50 beschränkt. Die Umfrage zeigt, dass der Bedarf an Plätzen rund doppelt so hoch liegt. «Das Betreuungsangebot in Horw platzt aus allen Nähten. Daher haben wir uns zusammengeschlossen, um mit der Umfrage dem Gemeinderat aufzuzeigen, wie die Bedürfnisse der Eltern aussehen», erklärt eine der Mütter, deren Kinder im Schulhaus Mattli zur Schule gehen. Auch die Nachmittagsbetreuung ist ausbaufähig in Horw. Die Umfrage zeigt eine Nachfrage nach rund 70 Betreuungsplätzen auf. Aktuell werden im Kids-Treff 20 Plätze angeboten. Die Zahlen zeigen deutlich: Der Ausbau der Tagesbetreuung in allen vier Schulhäusern würde sich lohnen. Es wären pro Schulhaus immer zwischen 15 und 40 Kinder am Mittagstisch sowie bei der Nachmittagsbetreuung anwesend. Laut Umfrageergebnissen ist es den Eltern dabei besonders wichtig, dass die Betreuung in der Schulhausumgebung stattfindet. Eine zentralisierte Betreuung sähen sie als Grund an, das Angebot nicht zu nutzen.

Ihre Resultate stellten die vier Mütter der Gemeinde vor. Gleichzeitig gelangten sie mit ihrem Anliegen an die L20, welche anschliessend das erwähnte Postulat eingereicht hat. «Wir fordern eine flächendeckende Tagesbetreuung in allen Primarschulhäusern mit Mittagstisch und Schülerhort», erklärt Caroline Wiezel. Dafür müsse der entsprechend benötigte Raum bei den Sanierungen der Schulhäuser eingeplant werden.

Im Einwohnerrat wurde das Anliegen nun an den Gemeinderat überwiesen, welcher auch bereits Verbesserungen in Aussicht stellt. «Wir haben das Postulat entgegengenommen und bereits im Budget 2018 berücksichtigt. Dieses wird im November behandelt», erklärt der Horwer Sozialvorsteher Oskar Mathis. Weitere Details über das künftige Betreuungsangebot an den Horwer Schulen will er hingegen noch nicht bekannt geben.


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