Horwer Halbinsel erhält neuen Rebberg

KASTANIENBAUM ⋅ Das Seehotel will ab dem Jahr 2020 eigenen Wein verkaufen. Der Bau eines Hotel-Rebbergs ist zurzeit im Gang. Doch für den langfristigen Unterhalt werden noch Spender gesucht.
17. Mai 2017, 00:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

«Vor gut einem Jahr war ich das erste Mal hier im Seehotel. Als wir durch den Garten zum See gingen, war mir sofort klar, hier muss etwas Spezielles entstehen», erinnert sich Gärtner und Geschäftsleiter Philipp Vogel von der Green Gartenunternehmung GmbH. Die Idee stiess beim Seehotel-Kastanienbaum-Team auf offene Ohren. Und so kam das Projekt «Rebberg Seehotel Kastanienbaum» ins Rollen. Es wurde weitergeplant, und passende Partner wurden gesucht.

Mit ins Boot holte man auch Mathias Brunner von der gleichnamigen Weinmanufaktur in Hitzkirch. Der mehrfach ausgezeichnete Winzer und Önologe stand mit Rat und Tat zur Seite. Er kümmert sich um die professionelle Vinifikation. Brunner kann sich einen kleinen Rebberg vor dem Hotel gut vorstellen und empfiehlt die Rebsorte Solaris: «Die Lage und das milde Klima passen sehr gut zu dieser Traubensorte.» Eigentlich war man nach dieser Phase startklar.

Hälfte des Spendenziels ist erreicht

Doch wer sollte das bezahlen? Dazu Simone Müller-Staubli, Gastgeberin im Seehotel: «Wir haben immer mehr Ideen als Budget. Doch der eigene Rebberg liess uns nicht mehr los. So kamen wir auf die Idee, die Start­finanzierung mit einem Crowd­funding zu sichern.» Seit dem Start am 21. April haben sie bereits 50 Unterstützer und die Fundingschwelle von 10000 Franken erreicht. Damit sind schon mal der Start und die Pflege des Rebbergs für die nächsten drei Jahre gesichert. Ziel ist jedoch, das Doppelte zu sammeln, also 20000 Franken. «Wir wollen nicht nur den eigenen Hauswein anbieten, sondern inmitten des Rebbergs auch einen Sitzplatz realisieren», sagt Simone Müller. Um das Spendenziel zu erreichen, bleiben noch 14 Tage Zeit.

Geplant ist, auf den rund 400 Quadratmetern zwischen 150 und 200 Rebstöcke zu pflanzen. Doch bis es so weit ist, muss das abschüssige Bord vorbereitet werden. «Der Boden wurde 1980 bepflanzt, und das müssen wir jetzt roden», sagt Müller. Eine harte Arbeit, denn die Wurzeln der Sträucher haben sich in den letzten Jahrzehnten «prächtig» entwickelt, wie Gärtner Philipp Vogel sagt. Mit Bagger, Schaufeln und von Hand wird nun fast alles ausgerissen und der Boden für Neues frei gemacht. Stehen bleibt einzig der 60 Jahre alte Magnolienbaum. Er werde in den Rebberg integriert, so Vogel. Auch sei geplant, zwischen den Reben mit einer mageren Blumenwiese ein «buntes Ambiente» zu schaffen. Die Rebsorte Solaris, so der Gärtner, ist eine pilzresistente Sorte, die sich besonders für den bio­logischen Anbau eignet. Das sei wichtig, denn Nachhaltigkeit sei besonders in der heutigen Zeit nötiger denn je.

Nach dem Befreien des Bodens wird abgesteckt, um die Rebstöcke in Reihen einpflanzen zu können. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte in etwa immer der gleiche sein und wird deshalb mit Holzpfählen markiert. Vogel: «Das ist wichtig für die ausgeglichene Besonnung und die Pflege. So haben alle Pflanzen die gleichen Bedingungen und konkurrieren sich nicht.»

Das Einpflanzen der Rebstöcke ist am 3. Juni vorgesehen. Da werden die Spender dann gleich selber Hand anlegen und «ihren» Rebstock setzen. Unterstützt werden sie dabei von den Gartenprofis sowie der erwähnten Weinmanufaktur aus Hitzkirch. Winzer Mathias Brunner schreibt dazu auf der Funders-Plattform: «Wir dürfen uns auf einen fruchtigen, spritzigen Weisswein freuen.» Den ersten Seehotel-Wein wird man in drei Jahren geniessen können. Die Horwer Halbinsel ist für Weinbau prädestiniert. So sind dort bereits die Weingüter Sonnenrain und Rosenau ansässig.

Hinweis

Spenden für das Projekt «Rebberg Seehotel Kastanienbaum» auf www.funders.ch


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