Stadtwärts

Journalismus lebt doch

05. Februar 2018, 00:00

Niemand will mehr Zeitungen lesen. Qualitätsjournalismus ist Schnee von gestern. Die Jungen begnügen sich mit oberflächlichen Gratisinfos – egal, ob fake oder nicht. So lauten die gängigen Vorurteile. Alles gelogen. Die Wahrheit ist eine ganz andere.

Ich erlebe es in den Redaktionsräumen unserer Zeitung an der Maihofstrasse immer öfter. Da kommen Schulklassen aus dem ganzen Kanton bei uns zu Besuch, um etwas Zeitungsalltag zu schnuppern. Fünft- und Sechstklässler, aber auch Oberstufenschüler. Ganze Heerscharen von jungen Leuten, die wissen wollen, wie man eine Zeitung macht. Und zwar eben eine Qualitätszeitung.

Einige Klassen sind anfänglich noch etwas schüchtern. Bei anderen merkt man, dass die Lehrpersonen sie schon etwas ausführlicher in das Thema eingeführt haben. Fragen gibt’s aber bald ganz viele. Was ist spannend, was nervig an Ihrem Beruf? Wie kommt ein Bild in die Zeitung? Wer macht die Rätsel? Kommen die berühmten Leute, die Sie interviewen, alle zu Ihnen ins Büro? Oder auch ganz sachlich: Wie viel verdienen Sie?

Es ist klar: Journalismus lebt. Es wird weiterhin Zeitungen geben. Und wer weiss: Vielleicht wird der eine oder andere dieser interessierten Primarschüler in ein paar Jahren selber Zeitungsartikel schreiben – und dann seinerseits jungen neugierigen Schülern spannende Antworten zu geben versuchen.

Hugo Bischof, Redaktor Stadt/Region

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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