Neuer Platz für Bilder der Kapellbrücke

LUZERN ⋅ Die Originalbilder konnten die Betreiber des Restaurants Schiff nicht in der Gaststube aufhängen. Nun ist Jost Schumacher mit seinen Kopien eingesprungen.
12. Mai 2017, 00:00

«Wir suchten alte Bilder für die Täferwände aus der späten Biedermeierzeit und meldeten uns deshalb bei der Denkmalpflege der Stadt Luzern. Im Kopf hatten wir die Bilder von der Kapellbrücke» erklärt Peter Wiesner, der zusammen mit seiner Frau Sylvia das Traditionslokal Schiff, Unter der Egg, gepachtet hat. Doch die Denkmalpflege habe das abgelehnt, sie würde die Kopien nicht mehr ausleihen, so Wiesner und fügt an: «Dafür hat sie uns weitergeholfen und einen Maler empfohlen, der für die Gaststube ‹alte Ansichten von Luzern› malen könnte.»

Wiesners trafen sich mit dem Maler und bekamen Vorschläge. «Doch das war uns dann doch zu teuer, und wir waren auch auf die dreieckigen Bilder der Kapellbrücke fixiert», so Wiesner weiter. Der Preis von 10000 Franken für die «alten Ansichten» sei zwar absolut gerechtfertigt gewesen, doch für sie zu viel, wie Wiesner weiter sagt.

Die Absage der Stadt brachte die «Schiff»-Pächter aber auf die Idee, bei Jost Schumacher nach Kopien nachzufragen. Schumacher stammt aus einer alten Luzerner Patrizierfamilie und fühlt sich stark mit der Stadt verbunden. Er ist Rechtsanwalt, Immobilienhändler und Kunstmäzen.

Er liess die beim Brand der Kapellbrücke zerstörten Giebelgemälde auf eigene Kosten reproduzieren und hatte die Absicht, diese zu einem späteren Zeitpunkt auf der Kapellbrücke hängen zu sehen. Doch mit seinem Ansinnen stiess er bei Stadt und beim Denkmalschutz auf taube Ohren und löste damit einen veritablen Bilderstreit aus.

«So kommen die Bilder doch noch zu den Luzernern»

«Herr Schumacher war von Beginn an begeistert und sehr kooperativ. Er hat uns sofort das Angebot gemacht, gleich selber passende Bilder auszuwählen», erzählt Wiesner. Mit von der Partie bei der Auswahl war auch Geschäftsführer Peter Winter: «Anhand des Buches haben wir dann die ersten drei Bilder ausgewählt.» Die ersten drei deshalb, weil die Wiesners und Winter in regelmässigen Abständen die Motive auswechseln wollen. Aktuell sind jetzt Bilder zur Gründung der Stadt Luzern aufgehängt. So die St.-Nikolaus-Kapelle, drei alte Holzbrücken und die Mordnacht. Als nächstes sind ab dem 1. August Motive zur Eidgenossenschaft und ab Oktober solche zum Stadtheiligen St.Leodegar vorgesehen.

Jost Schumacher liefert dazu die Bilder und freut sich: «So kommen die Bilder doch noch zu den Luzernern.» Die Nachfrage sei gross nach den Kopien, so sei eine zweite Ausstellung in Bergamo geplant. Auch hätte er Anfragen aus Japan und China. «Am liebsten sehe ich sie jedoch schon in der Stadt Luzern.»

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch


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