Oldtimer fahren an der Forstmesse auf

Allmend Zum ersten Mal werden an der Forstmesse auch Oldtimer ausgestellt. Die Exponate aus den 70er-Jahren sind Sammlerstücke der Familie von Rotz. Eines Tages wollen sie damit ein privates Museum eröffnen.
18. August 2017, 00:00

Gestern startete die internatio­nale Forstmesse auf dem Messegelände Allmend. Alle zwei Jahre werden hier Neuheiten, Weiterentwicklungen und Trends der Waldbewirtschaftung an 280 Ständen gezeigt. Im hinteren Teil der Halle 1 bietet sich jedoch ein anderes Bild. Hier stehen rostige Modelle, die schon vor langer Zeit von stärkeren und grösseren Maschinen abgelöst worden sind. Doch eins muss man diesen Oldtimern lassen: Sie haben Charme.

Präsentiert werden die alten Modelle von Senior und Junior von Rotz aus Holziken AG. «Wir wollten schon lange ein Stück Vergangenheit auf die Forstmesse in Luzern bringen», sagt der Sohn Elmar von Rotz, Verwaltungsrat und Leiter Verkauf des Unternehmens HSM Schweiz AG. Dafür seien sie seit vier Jahren im Gespräch mit der Messeleitung. «Eine solche Oldtimer-Ausstellung ist in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland einmalig», sagt Elmar von Rotz.

Maschine strotzt vor 20 Jahre altem Dreck

Ein Ausstellungsstück wirkt, als sei es erst kürzlich noch für Waldarbeiten benutzt worden. Vor der Ausstellung habe es darüber eine kleine Auseinandersetzung gegeben. «Mein Vater wollte die gelbe Maschine waschen, womit ich nicht einverstanden war», sagt Elmar von Rotz. Der Sohn setzte sich schliesslich durch, und der Rückeschlepper durfte seinen 20 Jahre alten Dreck behalten. Gleich davor steht ein restaurierter Forsttransporter, der in seinem Erscheinungsbild mit den Neuheiten mithalten kann. In diesen Schilter habe Elmar von Rotz insgesamt 850 Stunden Arbeit hineingesteckt. «Ich habe alles selber restauriert, was ganze vier Jahre dauerte.» Jetzt glänzt das Fahrzeug in einem neuen Grün (siehe Bild).

«Die investierten Arbeitsstunden spiegeln sich aber nicht vollständig im Wert der Stücke wider», sagt Manuel Gemperle, der geholfen hat, den Stand auf die Beine zu stellen. Der Sammlerwert sei nach wie vor ein individueller, emotionaler Wert, der nicht mit Geld aufgewogen werden könne. «Eine Rarität, wie sie hier ausgestellt ist, kann aber trotzdem bis zu 40000 Franken kosten», sagt Gemperle.

Die Exponate an der Forstmesse seien nur ein kleiner Teil der Familiensammlung. Der Vater, Robert von Rotz, habe sich vor acht Jahren aus dem Unternehmen zurückgezogen. «Irgendetwas musste ich mit meiner neugewonnenen Freizeit machen», sagt der Vater. In der alten Werkstatt des Unternehmens habe er angefangen, an alten Traktoren herumzuschrauben. «Vor einigen Jahren habe ich dann die Werkstatt wieder auf Vordermann gebracht», sagt Robert von Rotz. Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm. «Seit zehn Jahren ist es mein Traum, ein Privatmuseum für alte Forstmaschinen aufzubauen», sagt der Sohn. Insgesamt stehen heute 20 Fahrzeuge aus der Mitte der 70er-Jahre in der Werkstatt des Familienbetriebs. «Und es werden stetig mehr», sagt Junior von Rotz. Seine Arbeit erleichtere es ihm, an die Sammlerstücke heranzukommen. Ziel sei es, einmal 40 bis 50 Fahrzeuge zu besitzen, von denen dann immer 20 im Museum ausgestellt werden.

Die 24. internationale Forstmesse ist noch bis Sonntag jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Oliver Schneider

region@luzernerzeitung.ch

www. Weitere Bilder von der Messe: luzernerzeitung.ch/bilder

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