Opfer waren im Autohandel tätig

LUZERN ⋅ Drei Polen sind in der Nacht auf Sonntag im Ibach von einem Wagen angefahren worden. Ein Mann starb dabei. Die Polizei konnte die mutmasslichen Unfallverursacher festnehmen.
07. August 2017, 00:00

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag fuhr ein Wagen an der Reusseggstrasse in Luzern in drei Männer. Einer davon verstarb noch auf der Unfallstelle, die anderen beiden wurden von der Ambulanz ins Luzerner Kantonsspital transportiert – der eine mit leichten, der andere mit schweren Verletzungen.

Der Vorfall ereignete sich um zirka 2.15 Uhr im Bereich der Einfahrt zur ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA); etwas oberhalb davon befindet sich der Strassenstrich. Die drei Männer waren zu Fuss in Richtung Seetalplatz unterwegs, als sie vom Auto, welches in die gleiche Richtung fuhr, angefahren wurden.

Opfer sind erst seit kurzem in der Schweiz

Bei den Opfern handelt es sich gemäss Luzerner Polizei um drei Polen im Alter von 37, 38 und 44 Jahren. Ums Leben gekommen ist der älteste. Was diese drei Männer vorhatten oder woher sie genau gekommen waren, ist noch Gegenstand laufender Ermittlungen, wie Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, sagt. Fest steht: Die Polen befinden sich erst seit kurzem in der Schweiz und wohnten temporär bei einem Bekannten in einer Agglomerationsgemeinde. Gemäss Polizeisprecher sind die drei Männer im Auto­handel tätig. Die Fahrzeuglenker ­waren nach dem Vorfall, ohne anzuhalten, weitergefahren. Alarmiert wurde die Polizei von einer Drittperson, welche einen Knall gehört hatte, sagt Wigger. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung nach dem Fahrzeug ein.

Hinweise auf den Wagen könnten unter anderem Überwachungskameras gegeben haben, wie etwa jene bei der Sedel-Autogarage. Woher die Hinweise auf das Fahrzeug genau gekommen sind, will Wigger nicht sagen: «Wir überprüfen im Rahmen der Fahndung alle Ermittlungsan­sätze – dazu gehören etwa auch Aufzeichnungen von Kameras.»

Das Fahrzeug – ein silberner Personenwagen – konnte gestern Vormittag von der Polizei sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang nahm die Polizei zwei Männer fest. Ob es sich bei den beiden Personen ebenfalls um Polen handelt oder wie alt die mutmasslichen Täter sind, kann Wigger aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben. Fakt ist: Die Opfer waren im Autohandel tätig. Da macht man sich wahrscheinlich nicht nur Freunde. Könnte es sein, dass die mutmasslichen Täter und die Opfer sich kannten und es sich nicht um einen Autounfall handelt? Wigger: «Das wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.» Fest steht: Ein Terroranschlag kann ausgeschlossen werden. Die Polizei untersucht nun unter anderem, ob die beiden festgenommenen Männer zum Zeitpunkt des Vorfalls den Wagen fuhren. Des Weiteren wird abgeklärt, ob das Auto zu schnell unterwegs war und ob beim Unfall Alkohol oder Drogen im Spiel waren.

Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum genauen Unfallhergang machen können. Diese werden gebeten, sich bei der Luzerner Polizei zu melden (Telefonnummer 041 248 81 17).

«Auch Aufzeichnungen von Kameras werden überprüft.»

Urs Wigger

Sprecher der Luzerner Polizei


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