Rekord – trotzdem Sorgenfalten

WOHLTÄTIGKEIT ⋅ Das Luzerner Fest und das Altstadt-Fäscht erzielten gemeinsam 214000 Franken Gewinn für gemeinnützige Zwecke. Das ist so viel wie noch nie. Der Festabzeichen-Verkauf harzt aber weiter.
29. November 2017, 00:00

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Neun wohltätige Institutionen können sich freuen: Sie erhalten dank dem Luzerner Fest Beiträge von gesamthaft etwas mehr als 150000 Franken. Gestern fand im Marianischen Saal in Luzern die Checkübergabe der Stiftung Luzerner helfen Luzernern statt. Das letzte Mal gab es eine Spendenausschüttung in dieser Höhe im Jahr 1986. Nur einmal in der Geschichte der Stiftung, 1973, konnte eine grössere Spendensumme ausgeschüttet werden.

«Wir freuen uns sehr über den Festgewinn und den grossen Spendenbeitrag für die Stiftung – denn das ist schliesslich Sinn und Zweck des Luzerner Fests», sagte Corinne Imbach, OK-Präsidentin des Luzerner Fests.

Der gesamte Gewinn, der am Luzerner Fest 2017 für gute Zwecke erwirtschaftet wurde, liegt sogar noch höher, bei 214000 Franken. Das ist definitiv ein Rekord. Dazu trug das eigentliche Luzerner Fest 163000 Franken bei. Gut 51000 Franken kamen vom Altstadt-Fäscht. Dieses findet am gleichen Datum wie das Luzerner Fest statt, ist aber auf drei Plätze in der Altstadt begrenzt, während das Luzerner Fest sich entlang des ganzen Luzerner Seebeckens ausbreitet.

63000 Franken als Reserve für magere Jahre

Die beiden Fest-OKs arbeiteten 2017 erstmals zusammen. 2016 war das Altstadt-Fäscht noch eine Gegenveranstaltung im kleinen Kreis. «Jetzt hat sich eine fruchtbare, sympathische Zusammenarbeit entwickelt», sagte Alt­stadt-Fäscht-OK-Präsident Ceo Benedetti. Der Altstadt-Fäscht-Gewinn floss voll in die dies­jährige Spendensumme. Vom Gewinn des Luzerner Fests wurden 100000 Franken direkt als Spenden ausbezahlt (deshalb die totale Spendensumme von gut 150000 Franken). Die restlichen 63000 Franken werden als Reserven zurückgestellt.

«Damit ist sichergestellt, dass wir künftig auch in weniger erfolgreichen Jahren ähnlich hohe Spendenbeiträge sprechen können», sagte Luzerns Stadtpräsident Beat Züsli, der auch die Stiftung Luzerner helfen Luzernern präsidiert. Einer der Erfolgsfaktoren des diesjährigen Luzerner Fests war das ideale Wetter – trocken, nicht zu heiss, nicht zu kalt. Dazu kamen Kosteneinsparungen, insbesondere durch den Verzicht auf ein Feuerwerk. Stattdessen gab es ein Lichtspektakel beim Bahnhof-Torbogen und an der KKL-Fassade.

Etwa 100000 Festbesucher verzeichnete das diesjährige Luzerner Fest am 23./24. Juni. Rund 13000 Festabzeichen konnten verkauft werden. «Das ist zwar mehr als im Vorjahr, als wir 11200 Festabzeichen verkauften; aber hier gibt es definitiv noch Luft nach oben», sagte Corinne Imbach. Ziel beim Luzerner Fest 2018 seien 20000 verkaufte Abzeichen. «Das bedeutet, dass etwa jeder fünfte Besucher ein Abzeichen kauft.» Ein Festabzeichen kostet 10 Franken.

Interessant sind die Zahlen beim Altstadt-Fäscht: Von den rund 4000 Besuchern kauften 1500 ein Festabzeichen für 10 Franken. Das Wissen um den wohltätigen Zweck ist am kleinen, intimen Altstadt-Fäscht offenbar stärker verbreitet.

Gibt es 2018 wieder ein Feuerwerk?

Das nächste Luzerner Fest findet am 29./30 Juni 2018 statt. Zum Programm verrät Corinne Imbach noch nichts – auch nicht, ob wieder auf das grosse Feuerwerk verzichtet wird. Angekurbelt werden soll der Festabzeichen-Verkauf – so sollen etwa Lehrer animiert werden, mit ihren Schulklassen vor und während des Fests Abzeichen zu verkaufen.

Je 25000 Franken von der Stiftung Luzerner helfen Luzernern erhalten dieses Jahr fol­gende Organisationen: Verein ­Sunnehügel, Schüpfheim (Renovation des ehemaligen Kapuzinerklosters als therapeutische Wohngemeinschaft); Stiftung Brändi, Kriens (Wohntraining für Menschen mit Behinderung); Stiftung Der Rote Faden, Luzern (Einrichtungserneuerung einer Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz); Stiftung Contenti, Luzern (behindertengerechter Wohnungsausbau in der Siedlung Himmerich). Die restlichen 50000 Franken werden unter folgenden Institutionen aufgeteilt: Rollstuhltaxi-Genossenschaft Lu-Tixi, Verein Heilpädagogische Entlastungsangebote, Agredis.ch (Präventionsberatung für gewaltbereite Männer), Zwüschehalt (Hilfe für gewaltbetroffene Männer), Procap (Tanzparty für behinderte Menschen).


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