Verdienter Lohn für 17 Jahre Engagement

LUZERN ⋅ Die Stadt verleiht Madlena Cavelti dieses Jahr eine Ehrennadel. Die langjährige Präsidentin des Gletschergarten-Stiftungsrates setzt sich besonders für die Erneuerung des Museums ein.
15. November 2017, 00:00

Der 25. und der 26. Oktober 2017 waren wichtige Daten für die langjährige Präsidentin des Stiftungsrates des Gletschergartens Luzern, Madlena Cavelti Hammer. Die Fotografin und Geografin mit Spezialgebiet historische Kartografie durfte sich an diesen zwei Tagen feiern lassen. «Die Ehrennadel der Stadt Luzern, die mir am 26. Oktober überreicht wurde, zeigt mir, dass mein langjähriges Engagement für den Gletschergarten und vor allem für das Projekt ‹Fels› gewürdigt wird», sagt die 70-Jährige. Es habe sie mit Stolz und Freude erfüllt, dass viele Vernissagebesucher ihr mit den Worten gratulierten: «Das haben Sie verdient.»

Seit den 1970er-Jahren reiste Madlena Cavelti regelmässig durch die Sahara. Von diesen Reisen her rührt ihre Sensibilität für das Thema Wasser. Zusammen mit dem Grenzgänger Andrea Vogel, der seit 1985 regelmässig Expeditionen in alle Welt unternimmt, hat sie die Ausstellung «Eintauchen» zum Element Wasser gemacht: 52 Fotografien, die das Spiel von Wasser und Licht festhalten. «Zur Vernissage am 25. Oktober kamen 140 Leute», sagt die Horwerin, «so viele wie noch nie in den letzten zehn Jahren.» Am meisten gefreut habe sie die Bemerkung ihres nicht gerade kunstaffinen Bruders. «Mou, das gfaut mer», habe er gesagt, «da wusste ich, dass ich etwas Schönes geschaffen habe».

Leidenschaft in die Wiege gelegt

Erfahrung mit Ausstellungen über historische Kartografie hat Cavelti schon früher gemacht, etwa im Alpinen Museum Bern, auf der Rigi, dem Stanserhorn und sogar in Wien. «Eine Ausstellung mit eigenen Werken berührt einen aber natürlich viel mehr», sagt sie. Ihre Liebe zu Landkarten wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. «Mein Grossvater hat im Bundesamt für Landestopografie gearbeitet. Und mein Vater hat Karten gesammelt.» Madlena Cavelti, die früher an der Kantonsschule Luzern als Lehrerin und Prorektorin amtete, arbeitet immer noch als Redaktorin für die Fachzeitschrift «Cartographica Helvetica» und leitet einen kleinen Eigenverlag, «der jedoch keinen Gewinn abwirft».

17 Jahre lang engagierte sich die passionierte Fotografin für den Gletschergarten. Ihr grösstes Verdienst war ihr unermüdliches Engagement für das Projekt «Fels», die Gesamterneuerung des Gletschergartens. Das Projekt wurde zusammen mit dem renommierten Architekturbüro Miller & Maranta aus Basel entwickelt und kostet rund 20 Millionen Franken. «Bis jetzt sind 18 Millionen gesprochen», sagt Cavelti, es habe sie viel Überzeugungsarbeit beim Kanton und der Stadt Luzern gekostet, die sich anfangs mit einer Million beteiligen wollten und nun je drei Millionen Franken beisteuern. Neben der Alfred-Koechlin-Stiftung, die sechs Millionen gesprochen hat, haben sich auch private Gönner grosszügig gezeigt. «So hat uns das Ehepaar Haefner-Jeltsch aus Horw, mit dem ich freundschaftlich verbunden bin, drei Millionen in Aussicht gestellt», führt Cavelti aus.

2018 ist Baubeginn, und voraussichtlich 2020 soll der Gletschergarten fertig umgebaut sein. Neben einer Erweiterung des Parks und der Wiederherstellung des Schweizerhauses im alten Glanz soll ein Erlebnispfad ins Innere des Felsens zu einem Bergsee, der vom Wasser des Felsens gespeist wird, entstehen. Zudem werden eine rund 40 Meter lange Treppe und ein Lift die Besucher auf eine Aussichtsplattform führen. Für den Gletschergarten, der zu den 20 meistbesuchten Museen der Schweiz gehört und jährlich rund 120000 Besucher verzeichnet, ist dieses Jahrhundertprojekt der Aufbruch in eine neue Ära.

«Engagement mit Kopf, Herz und Hand»

Museumsdirektor Andreas Burri würdigte seine zehnjährige Zusammenarbeit mit Madlena Cavelti bei der Verabschiedung mit Worten von Johann Heinrich Pestalozzi: «Ihr Engagement erfolgte mit Kopf, Herz und Hand.»

«Ich schreibe Bücher und halte Vorträge», sagt Cavelti. Dafür brauche sie ihren Kopf. Balsam fürs Herz sei ihre Leidenschaft für das Fotografieren, Wandern und Velofahren. Ihre Hand gestalte ihren Garten, der momentan unter der Last von Kürbissen fast zusammenbreche, meint die jung gebliebene 70-Jährige mit einem Augenzwinkern, wohlwissend, dass Burri mit seinen Worten wohl kaum diese Aktivitäten gemeint haben kann.

Jeannette Voltz

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung «Eintauchen – Fotografien von Madlena Cavelti und Andrea Vogel» im Gletschergarten dauert bis 15. April 2018. Am nächsten Sonntag führt Madlena Cavelti die Besucher um 11 Uhr durch die Ausstellung.


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