Stadtwärts

Was, in dieses Kaff?

08. Januar 2018, 00:00

Es ist ja so: Nach fast elf Jahren Abstinenz arbeite – und wohne – ich bald wieder in Luzern. Wo ich mich währenddessen rumgetrieben habe? Karibik? Chasch dänke! Kanada? Schön wär’s! Nein, nur in Zürich. Aber momoll, das hat gepasst.

Irritiert hat mich allerdings, wie meine Zürcher Kollegen reagierten, als ich ihnen meinen Wechsel verkündet habe. «Was, in dieses Kaff?», sagte einer. Ein anderer fand, «schön ist es ja». Und dann solche Dinge: Ob mir eigentlich bewusst sei, dass dort die Läden am Samstag um 16 Uhr schliessen und die S-Bahnen in einen Sack- statt einen Tiefbahnhof einfahren würden. Jesses, das sind tatsächlich zwei schlimme Mankos.

Ich entgegnete, dafür hat Luzern seit bald 20 Jahren das KKL, währenddessen Zürich sein altes Kongresszentrum sanieren muss, weil das Neubauprojekt an der Urne abgeschifft war. Und wie ist das noch mit dem Fussballstadion? Eben. Und vor allem: In Luzern darf man auf der Rolltreppe noch links stehen bleiben, ohne dass man von gestressten Pendlern verscheucht wird.

Der ultimative Tipp war jedoch dieser: «Wenn du Bock hast auf eine Grossstadt, Zürich ist mit dem Zug bloss 46 Minuten entfernt.» Ich so: Ja voll – wobei, ehrlich gesagt, dann bleibe ich sitzen bis zum Flughafen. Denn beim Stichwort Grossstadt denke ich eher an New York oder Berlin, sorry.

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch


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