Nachgefragt

Wieso der frühe Rücktritt?

12. Juli 2017, 00:00

Im Dezember 2016 ist er für Franziska Bitzi ins Luzerner Stadtparlament nachgerückt. Jetzt ist Immobilien-Ökonom Thomas Schärli (CVP, 59) bereits wieder zurückgetreten (Ausgabe vom Samstag). Warum der frühe Rücktritt?

Thomas Schärli, wie ist Ihr kurzes Gastspiel im Grossen Stadtrat zu erklären?

Meine Erwartungen wurden überhaupt nicht erfüllt. Ich erlebte die Parlamentsarbeit als sehr unbefriedigend. Als Kleinunternehmer bin ich gewohnt, Sachen umzusetzen und zu gestalten. Im Parlament war dies aber nicht möglich.

Das erstaunt. Zumal Sie im Parlament sehr engagiert wirkten.

Die Vorbereitung auf die Debatten ist sehr zeitintensiv. Doch am Schluss bleibt meist nur ein mageres Resultat.

Im Parlament wird nun einmal viel geredet, und am Schluss bleibt der kleinste gemeinsame Nenner. Waren Sie sich dessen nicht bewusst, als Sie kandidierten?

Nein. Im Nachhinein war es ein Fehler, dass ich kandidiert habe. Mit einer Wahl sind ja immer auch Erwartungen der Wähler verbunden, die ich mit meinem Rücktritt nun enttäusche.

Wie könnte denn der Parlamentsbetrieb effizienter werden?

Unsäglich ist vor allem die Flut an Vorstössen. Diese dienen mehr der Profilierung der Politiker als der Problemlösung. Die Debatten sind zudem völlig absehbar, weil die Positionen meist vorher schon klar sind. Aber der Parlamentsbetrieb muss sich ja nicht mir anpassen. Ich war wohl einfach die falsche Person dafür.

Sie beklagten die mangelnde Einflussnahme. Versuchen Sie nun, ausserhalb des Parlaments politisch etwas zu bewirken?

Ich bleibe sicher politisch interessiert und werde mich auch für einzelne Themen oder Abstimmungen engagieren. Auch CVP-Mitglied bleibe ich selbstverständlich weiterhin. (rk)


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