Wo früher gestrippt wurde, gibt’s bald Fondue

GASTRONOMIE ⋅ Nach zwei Jahren Leerstand wird aus dem «Du Pont», dem letzten Stadtluzerner Stripclub, das «Fondue House». Bei den künftigen Gästen will der Wirt mit einer ungewöhnlichen Idee punkten.
13. Januar 2018, 00:00

Verspiegelte Wände, weisse Polster, schwarze Bar: Zwar erinnert im ehemaligen «Du Pont» in der Altstadt Unter der Egg noch einiges an den letzten Stadtluzerner Stripclub, der vor zwei Jahren geschlossen wurde. Doch bereits ab dem Schmutzigen Donnerstag sollen hier, im «Fondue House», Käse- und Fleischfondue sowie Raclette serviert werden. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bis dann alle nötigen Bewilligungen haben – jene für die Getränke liegt bereits vor», sagte Pächter Hans P. Wanner gestern an einer Medienorientierung. Diese hatte CVP-Grossstadtrat und Kommunikationsexperte Albert Schwarzenbach für ihn organisiert.

In den ersten Monaten läuft das Lokal ohnehin als Pop-up – neudeutsch für Provisorium. Die bestehende Inneneinrichtung wird nur zum Teil verändert. Als Mobiliar dienen gut 80-jährige Nussbaumtische und -stühle aus dem ehemaligen «Fondue House» an der Eisengasse. Dieses hatte Wanner 2015 per Gerichtsentscheid verlassen müssen, nachdem er sich vergeblich bis vor Bundesgericht gegen die Kündigung durch den Liegenschaftsbesitzer gewehrt hatte.

Definitiver Umbau ist im November geplant

Seither betreibt der Gastronom das «Fondue House» im Hotel Falken. Platz hat es laut Wanner für beide Lokale: «Im ‹Falken› ist die Atmosphäre gediegener, dafür ist im ‹Du Pont› die Aussicht schön.» Der Pop-up-Betrieb soll ihm Geld für den Umbau in die Kasse spülen. Dieser ist für November geplant. Ein Teil des Restaurants soll danach im gewohnt rustikalen Alphüttenstil daherkommen, der andere Bereich hingegen modern, im alpinen Chic. «Damit wollen wir Einheimische und Touristen gleichermassen ansprechen», sagt Wanner. Dass in letzter Zeit vor allem im Winter immer mehr Wirte Fondue und Raclette anbieten, bereitet ihm keine Sorgen: «Konkurrenz belebt das Geschäft, wie es so schön heisst», sagt er. «Und im Gegensatz zu anderen Anbietern setzen wir ausschliesslich auf Alpprodukte – unser Käse stammt beispielsweise vom Urnerboden.» Passend dazu präsentierte Wanner eine weitere Idee, die ihm Gäste bringen soll: eine Genossenschaft namens «Alp’s since 1291». Diese wird Alpprodukte wie Käse und Trockenfleisch anbieten. Anteilsscheine gibt es für 250 Franken. Wanner: «Ich will damit mehr Alpprodukte ins Tal bringen.» Genossenschaftern garantiere er zudem einen Stammtisch im «Du Pont».

Die Übernahme des ehemaligen Striplokals erfüllt Wanner mit Stolz: « Nun bin ich im Luzerner Gastro-Olymp angelangt – die Lage an der Reuss ist sensationell.» Er sei mit den Besitzern der Liegenschaft seit längerem in Kontakt und habe einen langjährigen Mietvertrag unterschrieben. «Als junger Kerl war ich auch schon mal im ‹Du Pont› gewesen – aber 35 Franken für ein Bier war mir dann doch zu viel.»

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch


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