Schweizer Schüler sind zufrieden

20. April 2017, 00:00

Pisa-Studie Die 15-Jährigen in der Schweiz sind zufrieden mit ihrem Leben zufriedener als Gleichaltrige in den meisten anderen OECD-Ländern. Das zeigt eine gestern veröffentlichte Pisa-Studie. In der neusten Ausgabe geht es um das Wohlbefinden der Schüler. Dabei zeigt sich, dass gute Leistungen nicht zwingend glücklich machen: In manchen Ländern sind die Jugendlichen in Mathematik und Naturwissenschaft top, zeigen sich aber dennoch relativ unzufrieden mit ihrem Leben. Das trifft auf die Schweiz nicht zu: «Finnland, den Niederlanden und der Schweiz scheint es zu gelingen, gute Lernergebnisse mit einer hohen Zufriedenheit zu verbinden», heisst es in der Studie.

Auf einer Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 gaben die Schülerinnen und Schüler in der Schweiz im Schnitt 7,72 an. Im Vergleich der 35 OECD-Staaten ist das ein hoher Wert: Zufriedener sind nur die Jugendlichen in Mexiko, Finnland, den Niederlanden und Island.

Im internationalen Vergleich weniger ehrgeizig

Mobbing ist für Jugendliche in der Schweiz aber trotz der hohen Zufriedenheit ein ähnlich grosses Problem wie für ihre Kollegen in anderen Ländern. 16,8 Prozent gaben an, in der Schule regelmässig gemobbt zu werden, beispielsweise ausgelacht zu werden. Im Durchschnitt der OECD-Länder sind es 18,7 Prozent. Regelmässig geschlagen oder geschubst werden laut der Studie 2,8 Prozent der 15-Jährigen im Land. Im Durchschnitt der OECD-Länder sagten 4,3 Prozent, solches geschehe ihnen mehrmals im Monat. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass Mobbing weniger verbreitet ist an Schulen, in denen die Schüler gute Beziehungen zu ihren Lehrern haben.

Ferner zeigt die Studie, dass die Schüler hierzulande weniger ehrgeizig sind als andere: Nur 40 Prozent wollen zu den Besten der Klasse gehören. Im Durchschnitt der OECD-Länder sind es fast 60 Prozent. Markant unter dem Durchschnitt liegen die Jugendlichen in der Schweiz auch bezüglich ihrer Bildungserwartungen. Nur 27 Prozent gehen davon aus, einen Universitätsabschluss zu erlangen, was wohl am dualen Bildungssystem liegt. (sda)


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