Spitalärzte arbeiten zu viel

12. April 2017, 00:00

Übermüdung Viele Assistenz- und Oberärzte in der Schweiz haben im vergangenen Jahr mehr gearbeitet als das Gesetz erlaubt und auch als ihr Arbeitsvertrag vorgibt. Jeder zweite sagt, wegen Übermüdung mindestens einen Patienten in Gefahr gebracht zu haben. Das zeigt eine Umfrage im Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) zum Jahr 2016. Die Überschreitungen der zulässigen Arbeitszeit sei für das Wohlbefinden der Ärzte und die Sicherheit der Patienten gravierend, kritisierte der VSAO gestern. Gut die Hälfte der Antwortenden arbeitete – aufgerechnet auf eine Vollzeitstelle – mehr als die gesetzlich erlaubte Wochen-Höchstarbeitszeit von 50 Stunden.

Grundsätzlich bemühten sich die Spitäler, die vorgeschriebene Höchstarbeitszeit einzuhalten, und sie hätten viel für Verbesserungen getan, sagte Dorit Djelid, Sprecherin des Verbandes H+, auf Anfrage zu den Umfrageergebnissen. Aber nicht überall gelinge es, die 50-Stunden-Woche umzusetzen. Djelid nannte zwei Faktoren: Einerseits könnten Spitäler zwar mehr Ärztinnen und Ärzte einstellen, aber nur, wenn sie sie finden würden. Auf der anderen Seite stünden die vielkritisierten Gesundheitskosten. «Mehr Personal bedeutet eben auch höhere Kosten», so Djelid. (sda)


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