Tessiner Gemeinden lassen Nationalpark scheitern

28. November 2016, 00:00

Parc Adula Nur 9 von 17 Tessiner und Bündner Gemeinden haben sich für den Parc Adula ausgesprochen. Damit ist das Projekt, das als erste demokratisch legitimierte Nationalparkgründung in die Geschichte hätte eingehen können, deutlich bachab geschickt worden. 16 Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten. «Wir sind enttäuscht vom Resultat», sagte Parc-Adula-­Direktor Martin Hilfiker.

Einige Nein-Voten seien überraschend gekommen. Vor allem das Resultat aus Blenio wog schwer. Die Kernzone des geplanten Parc Adula sollte 145 Quadratkilometer umfassen, wobei 55 Quadratkilometer auf Blenio entfielen. Der Bund schreibt vor, dass die Fläche einer Nationalpark-Kernzone in den Alpen 100 Quadratkilometer betragen muss. Diese Mindestfläche konnte nun bei weitem nicht erreicht werden. 13 von 17 Gemeinden hätten für den Parc Adula stimmen müssen am Ende konnten sich nur 9 Gemeinden dafür erwärmen. Das Nationalparkprojekt sei in dieser Form nicht möglich, sagte Fabrizio Keller, der Präsident des Vereins Parc Adula.

Mit den Gemeinden mit grossem Ja-Stimmen-Anteil rund um den San Bernardino könnten nun Gespräche geführt werden, um gegebenenfalls einen Regionalpark zu gründen. Für den zweiten Schweizer Nationalpark war ein Gebiet vorgesehen, das sich von Disentis bis nach Buseno im südlichen Misox erstrecken sollte. Es umfasste im Westen zudem drei Tessiner Gemeinden. Es war ein Vorhaben bislang ungekannten Ausmasses. (sda)


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