AHV und IV machen Gewinn

09. Februar 2018, 00:00

Sozialversicherungen Trotz Krisen haben die Kapitalanlagen von AHV, IV und EO im vergangenen Jahr viel Geld verdient: Die Nettorendite beträgt 7,11 Prozent. Dies entspricht 2 Milliarden Franken. Im Vorjahr lag die Rendite der Sozialversicherungen bei 3,9 Prozent. Das Vermögen konnte von 34,8 auf 36,8 Milliarden Franken gesteigert werden, wie Manuel Leuthold, Verwaltungsratspräsident von Compenswiss, gestern vor den Medien ausführte. Compenswiss ist die Anstalt, welche die AHV/IV- und EO-Gelder im Auftrag des Bundes verwaltet. Diese zwei Milliarden Anlagegewinn werden ausreichen, um auch in diesem Jahr das Defizit bei der AHV zu kompensieren. Wie gross das Loch ausfallen wird, ist noch nicht bekannt.

Allerdings sind die Aussichten für die AHV düster. Weil die Bevölkerung altert, wird die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag jedes Jahr grösser. Leuthold schätzt, dass das Anlagevermögen ab 2024 angezapft werden muss, um die Renten auszahlen zu können. Voraussichtlich 2030 dürfte das gesamte Vermögen des AHV-Fonds aufgebraucht sein.

Die Rentenreform 2020 hätte dieses Szenario zumindest hinausgezögert, wurde im September 2017 aber vom Volk abgelehnt. Leuthold hofft nun, dass bald eine Reform oder zumindest einzelne Massnahmen kommen, um die AHV zu retten. (sda)


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