Billettpreise sollen bis 2020 nicht erhöht werden

17. Juli 2017, 00:00

Preispolitik SBB-Chef Andreas Meyer will, dass die Billettpreise im Fernverkehr bis 2020 nicht erhöht werden müssen. Er hofft gar auf Preissenkungen, denn diese werden eine «Notwendigkeit». Grund sind die Automobilhersteller: Sie wollen laut Meyer das Autofahren billiger machen und sähen ein grosses Potenzial für Kostensenkungen. Deshalb habe er die Branche dazu gedrängt, die Preise möglichst stabil zu halten. «Das war zuerst auch bei uns in den SBB nicht unumstritten», so Meyer in der «Sonntagszeitung». Den Verzicht auf Preiserhöhungen will Meyer damit wettmachen, dass mehr Zug gefahren wird und die Züge besser ausgelastet sind. Im Regionalverkehr liege die Auslastung derzeit bei 20 Prozent, im Fernverkehr bei 30 Prozent. «Das ist zu wenig», sagt Meyer. Den Wert zu erhöhen, sei allerdings schwierig. Zurzeit setzen die SBB vor allem auf Informationen für die Passagiere. «Im Fahrplan weisen wir Kunden prominent auf die Auslastung der Züge hin.» Und die App «SBB Mobile» schlage alternative Züge mit weniger Auslastung vor. «Solche Informationsangebote verbessern wir laufend.» Um die Züge gleichmässiger auszulasten, verlangt Meyer ausserdem, dass Unternehmen ihre Angestellten flexibler arbeiten lassen. Auch preisliche Anreize sieht er als Abhilfe und verweist dabei auf die Sparbillette im Angebot der SBB. Und: «Ich kann nicht ausschliessen, dass künftig Fahrten während der Stosszeiten teurer werden.» Meyer äusserte sich auch zu den Zahlen von SBB Cargo. Diese sei nach zwei guten Jahren schlecht ins Jahr 2017 gestartet, und die Verluste liessen sich bis Ende Jahr «wahrscheinlich nicht mehr aufholen». Besonders betroffen sei der Wagenladungsverkehr. (sda)


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