Bischof Huonder verärgert Zürcher Katholiken

04. Dezember 2017, 00:00

Landeskirche Ein neuer Streit zwischen dem Churer Bischof und den Zürcher Katholiken bahnt sich an. Vitus Huonder erhebt Anspruch auf 1,2 Millionen Franken aus einem Fonds, den die Zürcher ab 1990 geäufnet ­haben. Mit dem Geld sollte die Gründung eines Bistums Zürich finanziert werden.

«Es ist klar, dass das Bischöfliche Ordinariat keinen rechtlichen Anspruch auf die im Fonds enthaltenden Gelder hat, einen moralischen hingegen sehr wohl», heisst es in dem bischöflichen Schreiben, über das die «Sonntagszeitung» berichtete. Nachdem das «Bistum Zürich» nicht mehr realisierbar erscheine, stelle sich die Frage, was mit dem Fonds geschehen solle. Huonder schlägt vor, je ein Drittel für Aufgaben in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales zu verwenden. Unter «Kultur» fällt die ­Restauration des Bischöflichen Schlosses, für die 400000 Franken verwendet werden sollen. Dieselbe Summe für «Bildung» soll an das Priesterseminar St.Luzi gehen. Von den restlichen 400000 Franken soll die Hälfte die Caritas Graubünden bekommen und die andere Hälfte die Abtreibungsgegner vom Verein Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind.

«Reine Provokation«

In Zürich kommt das Churer Ansinnen schlecht an. Synodalratspräsident Benno Schnüriger hält den Brief für eine Drohgebärde, die Protest auslösen könnte, und fragt sich, ob der Bischof sich überhaupt in die Zürcher Angelegenheiten einmischen darf. Die vorgeschlagene Verwendung der Gelder sei zu willkürlich und die geplante Spende an die Abtreibungsgegner eine reine Provokation. Renovationen am Schloss bestreite der Bischof normalerweise aus eigenen Mitteln.

Auslöser für die Geldforderung ist ein Postulat, über das die Synode der Zürcher Katholiken am 7. Dezember befindet. Darin wird der Synodalrat gebeten zu prüfen, ob der Synode ein Vorschlag unterbreitet werden kann, für welchen neuen Zweck die angesparten Mittel des Bistumsfonds eingesetzt werden könnten. Noch ist nicht sicher, ob der Fonds aufgelöst werden soll. Darüber entscheidet das Kirchenparlament. (sda)


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