Boykottaufruf gegen Huonder

02. Dezember 2017, 00:00

Bistum Chur Es handle sich um eine üble, fundamentalistische Polemik gegen die Menschenrechte und die Toleranz: Mit diesen Worten kritisiert die reformkatholische Allianz «Es reicht!» das Wort zum Tag der Menschenrechte vom 10. Dezember, das die umstrittene deutsche Autorin Birgit Kelle im Auftrag von Bischof Vitus Huonder verfasst hat.

Kelle geisselt darin das Gender-Mainstreaming, eine Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter, welche die vierfache Mutter als Konzept zur Verwässerung des Mann- und Frauseins betrachtet. Kelle prangert unter anderem das Recht auf Abtreibung, die Adoption von Kindern durch Homosexuelle und die Leihmutterschaft an.

Die Allianz «Es reicht!» hat gestern alle Seelsorger im Bistum Chur dazu aufgerufen, «dieses fundamentalistische Schreiben» im Gottesdienst zu boykottieren. Markus Heil von der Allianz kritisiert, Kelle verkünde keine versöhnliche Botschaft.

Bischofssprecher Giuseppe Gracia kontert. Im Kern vertrete Kelle in der Genderfrage die gleiche Meinung wie Papst Franziskus. «Wer also diese Inhalte als fundamentalistisch oder menschenrechtswidrig betrachtet, sagt im Grunde genommen, der Papst und die katholische Kirche seien fundamentalistisch.» (kä)


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