Herausgepickt

Genosse gegen Genossin auf Facebook

08. Februar 2018, 00:00

Rücktrittsforderung Eher trockener Natur war der Zeitungsartikel, den die Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker am Montag auf ihre Facebook-Seite stellte. Höchst emotional verlief dann aber die Debatte in den Kommentaren. Auslöser war Rudolf Rechsteiner, ebenfalls Mitglied der Basler SP und für diese von 1995 bis 2010 im Nationalrat. Er schrieb: «Wann lesen wir von deinem Rücktritt? Wir warten. Und wir sind viele. Ein bisschen Anstand stände dir gut an.» Eigentlich hätte Schenker, die seit 2003 in Bern politisiert, wegen der parteiinternen Amtszeitbeschränkung bei den Wahlen 2015 gar nicht mehr antreten dürfen. Die Delegierten gewährten eine Verlängerung – verbunden mit der Erwartung, Schenker trete dann vor Ablauf der Legislatur zurück. Doch Schenker will sich partout nicht aus dem Bundeshaus verabschieden. Ähnlich stur zeigt sich Susanne Leutenegger Oberholzer, seit 1999 für die SP Baselland im Nationalrat. Nach den letzten Wahlen kündigte sie zwar ihren Rücktritt vor Ende Legislatur an. Zuletzt tönte es aber ganz anders: «Ich bin gewählt auf vier Jahre.»

Tipps zum Thema Loslassen könnten sich die beiden Genossinnen bei Hermann Hess holen: Der Thurgauer FDPler wurde 2015 gewählt, zwei Jahre später war er wieder weg. (bär)


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