Justiz ermittelt wegen Reitschule-Sprayereien

12. Juli 2017, 00:00

Chaoten Nach Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die deutsche Regierung ihre Partnerländer in Europa aufgefordert, die Fahndung nach den Tätern zu forcieren. In der Schweiz sind die Behörden von sich aus bereits ­aktiv geworden. In Bern ist die Kantonspolizei zum Schluss gekommen, dass die Sprayereien «smash G20» und «shoot G20» auf dem Dach der Reitschule, die im Vorfeld des G20-Gipfels zum Protest aufriefen, möglicherweise strafrechtlich relevant sind. Konkret besteht der Verdacht auf eine öffentliche Aufforderung zu Gewalt und damit auf ein Offizialdelikt. Die Kantonspolizei erarbeite derzeit einen Rapport zuhanden der Staatsanwaltschaft, sagte deren Sprecher Christof Scheurer und bestätigte damit den «Blick»-Artikel.

Sollte sich herausstellen, dass die Schmierereien das Strafrecht verletzten, müsste ein Verfahren eröffnet und die Verantwortlichen identifiziert werden. Gegen die Sprayereien will auch die Junge SVP des Kantons Bern vorgehen. Sie kündigte an, die Verantwortlichen der Reithalle anzuzeigen.

Verhafteter Zürcher schlug Passanten nieder

Bei den Ausschreitungen der letzten Tage nahm die Polizei in Hamburg insgesamt fünf Schweizer Staatsbürger fest. Haftbefehl wurde jedoch lediglich gegen ­einen Schweizer beantragt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg am Dienstag auf Anfrage sagte. Bei dieser Person handle es sich um einen 29-jährigen Mann aus Zürich. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, zwei Glasflaschen auf Polizeibeamte geworfen zu haben. Zudem soll er einem Passanten, der sein Vorgehen kritisierte, einen Faustschlag versetzt haben. In Hamburg sitzen zurzeit insgesamt 51 Verdächtige in Untersuchungshaft. Sie stammen auch aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden und Österreich. (sda)


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