Kantone wehren sich gegen Datenfriedhöfe

13. Juli 2017, 00:00

Register Krebserkrankungen werden in Zukunft schweizweit einheitlich erfasst. Gesammelt werden Basisdaten zur Person, zur Diagnose und Erstbehandlung sowie zum Krankheitsverlauf. Das Register soll helfen, die Prävention, Früherkennung und Behandlung zu verbessern. Letztes Jahr verabschiedete das Parlament das Gesetz ohne Opposition. Widerstand kommt nun aus den Kantonen.

Zwar begrüssen sie die Einführung eines nationalen Registers, kritisieren aber dessen konkrete Ausgestaltung, wie sie der Bundesrat im April skizziert hat. Die Regierung schiesse über das eigentliche Ziel hinaus, lautet der Tenor in der Vernehmlassung, die gestern zu Ende gegangen ist. Hauptkritikpunkt ist die umfangreiche Datensammlung, die weit über diejenige europäischer Nachbarländer hinausgeht. Nicht die Datenmenge sei relevant, ­betont die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK), sondern deren Aussagekraft und Nutzen für die Prävention zu Gunsten der Patienten. Noch deutlichere Worte finden einzelne Kantone. Zürich etwa sieht die Gefahr «grosser und teurer Datenfriedhöfe». Neu müssten unter anderem Vorerkrankungen erfasst werden. In Zürich würde dies ein Anstieg der Fälle um knapp einen Drittel bedeuten. Bedenken gibt es auch hinsichtlich der höheren Kosten. Die GDK schätzt den finanziellen Mehraufwand insgesamt auf knapp 20 Prozent. Die Kantone stufen die Kosten gegenüber dem erwarteten Nutzen grundsätzlich als zu hoch ein. (sda)


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