SBB können neue Doppelstöcker einsetzen

01. Dezember 2017, 00:00

Bahn Die SBB können die neuen Doppelstockzüge von Bombardier ab sofort einsetzen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat eine vorerst auf ein Jahr befristete provisorische Betriebsbewilligung dafür erteilt. Nach einem Software-Update und der Behebung kleinerer Mängel lägen nun die nötigen Nachweise vor.

Die Bewilligung ist befristet, weil noch nicht alle geplanten Funktionalitäten der Fahrzeuge betriebsbereit seien, so das BAV. Ein Sprecher präzisierte auf Anfrage, es handle sich um kleinere technische Anpassungen, die für eine definitive Betriebsbewilligung notwendig seien. So könne die Wankkompensation noch nicht eingesetzt werden. Dank dieser Technologie sollen die Züge schneller durch die Kurven fahren können.

Test des neuen Zugs auf Nebenstrecken

Die SBB gaben bekannt, dass sie den neuen Doppelstockzug FV-Dosto im Verlauf des nächsten Jahres schrittweise in Betrieb bringen wollen. Der neue Zug wird mit bis zu 1300 Sitzplätzen auf bis zu 400 Metern Länge für mehr Kapazität auf der stark befahrenen West-Ost-Achse sorgen. Die SBB werden nun Schulungen und letzte Tests durchführen.

Danach wird der Zug zwecks Einführung vorerst auf wenig frequentierten Strecken eingesetzt, zum Beispiel als Interregio auf der Strecke Zürich–Bern und/oder als RegioExpress auf der Strecke Zürich–Chur. Anschliessend kämen die Züge auf der Strecke St.Gallen–Bern–Genf Flughafen und auf anderen Intercity-Linien zum Einsatz. Nach der Auslieferung bildet der FV-Dosto die grösste Flotte der SBB. Das Unternehmen hat 2010 von Bombardier 62 Fernverkehrszüge für 1,9 Milliarden Franken bestellt. Es handelte sich um den teuersten Auftrag in der Geschichte der SBB. Ursprünglich sollten die ersten Züge 2013 geliefert werden. (sda)


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