SBB warnen vor Abbau von IC-Halten

13. Juli 2017, 00:00

Fernverkehr Ende Jahr laufen für die meisten Fernverkehrsstrecken der SBB die Konzessionen aus. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) will diese neu vergeben und den Fernverkehr in ein Premiumnetz mit Inter- und Eurocityzügen, wo höhere Qualitätsanforderungen gelten, und in ein Basisnetz aufteilen. Dafür hat es eine Wegleitung ausgearbeitet und den Kantonen zur Vorkonsultation zugestellt. Bei den SBB kommt diese nicht in allen Punkten gut an. «Würden wir die vorgeschlagenen Kriterien umsetzen, würden über 30 Fernverkehrshalte nicht mehr bedient», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Dies, weil bis zu zehn Linien vom eigenwirtschaftlichen Fernverkehr zum subventionierten Regionalverkehr umgeteilt würden. Die finanzielle Mehrbelastung müssten Bund und Kantone tragen. Um welche Bahnhöfe und Linien es sich handelt, wollen die SBB zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen. Es dürfte aber um Strecken zwischen kleineren Städten gehen.

Das BAV vertritt einen anderen Standpunkt. Die Halte, die im Rahmen der künftigen Angebote mit den Kantonen geplant worden seien, würden nicht in Frage gestellt, sagt ein Sprecher. Mit der Wegleitung wechsle nur die Strecke La-Chaux-de-Fonds–Biel vom Fern- zum Regionalverkehr. Dafür gehörten die Linien Bern–Neuenburg und Chur–St. Gallen–Wil neu ganz zum Fernverkehr. Von einer finanziellen Mehrbelastung der öffentlichen Hand könne nicht die Rede sein; vielmehr rechnet das BAV mit einer Entlastung. Zu diesem Schluss seien im Februar in einer Mitteilung auch die SBB gekommen.

Die Bahnen haben nun bis im September Zeit, um Offerten für Konzessionen einzureichen. Genaue Aussagen zu den finanziellen Auswirkungen sind laut dem BAV erst danach möglich. (tga)


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