Späte Ehre für Carl Lutz

13. Februar 2018, 00:00

Diplomat Der Schweizer Diplomat Carl Lutz, der während des Holocaust Zehntausenden Juden half, ist im Bundeshaus verewigt worden. In Anwesenheit von Bundesrat Ignazio Cassis wurde gestern im Westflügel ein Sitzungszimmer auf den Namen «Salle Carl Lutz» eingeweiht. Es handelt sich um die erste offizielle bleibende Würdigung des Ausserrhoders. Das ausgewählte Sitzungszimmer ist eines der wichtigsten des EDA. Dort werden wichtige aussenpolitische Entscheidungen getroffen. Lutz hatte als Botschafter in Budapest zwischen 1942 und 1945 rund 62000 vor der Deportation bedrohten Juden geholfen. Ohne offizielle Unterstützung aus Bern fand er mit seiner Ehefrau Wege, die Verschleppung Tausender jüdischer Menschen zu verhindern.

Sein Wirken gilt als die grösste bekannte zivile Rettungsaktion für Juden während des Zweiten Weltkriegs. Dreimal wurde Lutz für den Friedensnobelpreis nominiert. Israel verlieh ihm den Ehrentitel «Gerechter unter den Völkern». Von Deutschland erhielt er das Grosse Bundesverdienstkreuz. Die USA ehrten ihn mit der «Liberty Medal» für besonderen Mut. (sda)


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