Streit über Mindestlohn

09. November 2017, 00:00

Gesetz Der Tessiner Wirtschaftsdirektor Christian Vitta (FDP) hat gestern den Gesetzesentwurf zu einem branchenspezifischen kantonalen Mindestlohn vorgestellt. Dieser soll sich zwischen 3372 und 3462 Franken bewegen, was einem Stundenlohn von weniger als 20 Franken entspricht. Der Regierungsentscheid geht auf eine Initiative der Grünen zurück, die 2015 vom Stimmvolk gutgeheissen worden war. Demnach können Branchen einen Mindestlohn aushandeln, wenn kein Gesamtarbeitsvertrag besteht. SP, gewerkschaftsnahe Kreise und Teile der Lega standen hinter der Initiative. Kritik kam von FDP und SVP.

Die Botschaft soll so rasch wie möglich vom Parlament abgesegnet werden. Diskussionen sind programmiert. So ist der Tessiner Regierungspräsident Manuele Bertoli (SP) mit der Höhe der Beiträge nicht einverstanden und liess sich deshalb an der Pressekonferenz von Vizepräsident Claudio Zali (Lega) vertreten. Linke und Grüne äusserten sich bisher zu dem Gesetzesentwurf. Sie sind dagegen, da der Mindestlohn viel zu niedrig sei. Ab einem Betrag von 13-mal 4000 Franken werde ein Mindestlohn diskutabel. Wie ein Sprecher der Grünen auf Anfrage sagte, überlegt sich die Partei, das Referendum gegen den vorgestellten Entwurf zu ergreifen. Ein Stundenlohn unter 20 Franken entspreche im Tessin nicht den notwendigen Lebenshaltungskosten. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: