SVP-Anhänger bodigten Rentenreform

10. November 2017, 00:00

Befragung Die Reform der Altersvorsorge ist gemäss einer Abstimmungsanalyse an einer Vielzahl von Gründen gescheitert. Keines dieser Motive allein hätte die Reform zu Fall bringen können, wie aus der Voto-Studie zur eidgenössischen Abstimmung vom 24. September hervorgeht. Das Bundesgesetz über die Altersvorsorge war mit einem Nein-Stimmenanteil von 52,7 Prozent abgelehnt worden, die Zusatzfinanzierung mit 50,05 Prozent.

Die Rentenreform ist laut der Studie primär an der wuchtigen Ablehnung der SVP-Anhängerschaft gescheitert. 84 Prozent von ihnen haben ein Nein in die Urne gelegt. Gleichzeitig war die Unterstützung der Anhänger jener Parteien, welche die Vorlage befürwortet hatten, nur lauwarm gewesen. Soziale Merkmale haben für den Entscheid nur eine sekundäre Rolle gespielt. Männer haben die Vorlage zu etwa gleichen Anteilen abgelehnt wie die Frauen. Auch von einem Generationenkonflikt kann keine Rede sein: Die Unterschiede im Stimmverhalten der Altersgruppen seien gering gewesen. Am tiefsten war die Zustimmung bei den Senioren.

AHV-Zuschlag als populärstes Nein-Motiv

Wer der Reform zugestimmt hat, tat dies gemäss der Studie zumeist nicht aus innerer Überzeugung, für die ideale Lösung votiert zu haben, sondern um den Reformstau zu überwinden. Viele Ja-Stimmende seien zudem der Ansicht gewesen, dass die Vorlage unter den aktuellen Bedingungen die bestmögliche Kompromisslösung sei.

Das populärste Nein-Motiv war gesamtschweizerisch gesehen die pauschale Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken pro Monat. Indes wäre es gemäss der Analyse voreilig zu folgern, dass sämtliche Befragte, die in diese Richtung argumentierten, einen AHV-Ausbau prinzipiell ablehnten. Die Erhöhung des Rentenalters für Frauen hat ebenfalls eine nicht unbeträchtliche Zahl der Abstimmenden dazu bewogen, ein Nein in die Urne zu legen. Für die Studie wurden 1511 Stimmberechtigte aus allen Landesteilen befragt. (sda)


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