Tourismusboom im Tessin

06. Dezember 2017, 00:00

Logiernächte Während die Bilanz in der Leventina nach einem Jahr Gotthard-Basistunnel durchzogen ausfällt, ist sie in Bellinzona positiv. Ob am Markt oder auf den als Unesco-Welterbe anerkannten Burgen: Überall waren mehr Besucher unterwegs. Gerade am umgebauten Bahnhof von Bellinzona ist das erhöhte Passagieraufkommen spürbar.

Die SBB haben wiederholt erklärt, dass es 2017 einen Anstieg von 30 Prozent an Fahrgästen auf der Nord-Süd-Achse via Gotthard gab. Der Anstieg verteilte sich zu gleichen Anteilen auf Fahrgäste im nationalen und internationalen Verkehr. Der Tourismus im Tessin hat dies gespürt. «Es war ein Superjahr», sagt Michele Santini, der in Bellinzona das Hotel Internazionale führt. «Noch mehr als bei den Übernachtungen haben wir dies aber bei der Gastronomie gespürt», so der junge Hoteldirektor. Tatsächlich ist feststellbar, dass sowohl die Tagesgäste als auch die Übernachtungsgäste zugenommen haben. Generell sind die Touristiker in diesem Jahr sehr zufrieden. Die Logiernächte haben gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent zugenommen. «Das hat nicht nur, aber auch mit dem Gotthard-Basistunnel zu tun», sagt Lorenzo Pianezzi, Direktor des Hotels Walter Au Lac in Lugano und Präsident des Tessiner Hotelierverbandes. Weniger klar als im Tourismus sind die bisherigen Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige.

Sicher ist nur, dass der Kanton Tessin versucht, die schnellere Verbindung nach Norden mit dem Gotthard-Basistunnel in Zukunft vermehrt zu nutzen. So hat der Kanton Tessin dieser Tage Gespräche für einen Beitritt bei der Stiftung Greater Zurich Area aufgenommen, der Standortmarketing-Organisation des Wirtschaftsraums Zürich. Mit dem Gotthard-Basistunnel sind die Reisezeiten kürzer geworden. «Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit», teilten die Partner mit. Der Kanton Tessin wolle sich vermehrt Richtung Norden orientieren. (lob)


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