Umweltverbände kritisieren Bund

18. Juli 2017, 00:00

Naturschutz Namhafte Umweltschutzorganisationen schlagen Alarm: In ihren Augen geht der Schwund der Naturvielfalt in der Schweiz ungebremst weiter. Dies obwohl der Bundesrat vor fünf Jahren seine «Strategie Biodiversität» mit klaren Zielen bis 2020 verabschiedet hat.

Bei den Umweltverbänden handelt es sich um BirdLife, Pro Natura und WWF. Sie stützen sich bei ihrer Kritik auf einen eigenen detaillierten Zwischenbericht. Dessen Fazit ist ernüchternd: Praktisch nichts zur Rettung der bedrohten Biodiversität sei geschehen, der Bund schaue nur zu, heisst es in der gemeinsamen Mitteilung. Von den 18 strategischen Zielen könne nur ein einziges erreicht werden. Nur bei 14 von 120 Teilzielen werde genug getan, um sie zu erreichen. Für die 106 anderen Teilziele werde nichts oder viel zu wenig unternommen. Als eines von vielen Beispielen nennt der Bericht die Fläche und die Qualität der Schutzgebiete. Seit Jahren stehe die Schweiz diesbezüglich am Schluss der Rangliste in ganz Europa. In den vergangenen fünf Jahren seien gerade einmal 0,1 Promille der Landesfläche als zusätzliche Biodiversitätsvorrangflächen hinzugekommen.

Die Verbände fordern nun «einen griffigen Aktionsplan mit konkreten Massnahmen». Gehe es weiter wie bisher, werde die Schweiz das einzige Land Europas sein, das bis 2020 das internationale Schutzgebietsziel der Biodiversitätskonvention nicht erreichen wird. (sda)


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