Nationalrätin findet Blindgänger

«Von diesen Objekten geht keine Gefahr aus»

07. Oktober 2017, 00:00

Nachdem im Bundeshaus während der Herbstsession samt Bundesratswahl noch die Hölle los gewesen war, glich das ehrwürdige Gebäude diese Woche einem Geisterhaus. Parlamentarier und Bundesangestellte – fast alle entschwanden sie in die Herbstferien. CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter etwa liess die Seele beim Wandern in Lenzerheide baumeln. Mit der Ruhe war es aber vorbei, als die Baselbieterin zwischen Felsen auf Munitionsrückstände stiess.

Geistesgegenwärtig erstattete Schneider-Schneiter Meldung bei der Blindgängermeldezen­trale der Armee in Spiez (ja, die gibt es). Eine Armeesprecherin konnte gestern Entwarnung geben. Die Objekte seien als «inerte Antriebsteile einer 8,3 cm Rakete identifiziert» worden. Sobald die Wetterbedingungen es zuliessen, würden die Teile geräumt. Und: «Von diesen Objekten geht keine Gefahr aus.» Mit der beruhigenden Nachricht konfrontiert, meint Finderin Schneider-Schneiter: «Auch gut. Nur komisch, dass diese dort so quasi versteckt wurden – jetzt kommt ja der grosse Schnee.»

Man spürt: Bei der CVP-Politikerin bleiben Fragen offen. Ob Schneider-Schneiter nach der Episode vermehrt als Armeekritikerin in Erscheinung treten wird, bleibt abzuwarten. Die folgende Anmerkung der Armee ist jedenfalls nicht unbedingt dazu geeignet, allfällige Zweifel am Treiben der Truppen zu zerstreuen: «Wir möchten darauf hinweisen, dass wir eine Blindgänger-App haben.» Funde könnten also auch via Smartphone übermittelt werden. «Wir sind um jede Meldung froh.»

Tobias Bär


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