Weniger Rabatt für höheres Risiko

12. August 2017, 00:00

Neben der Grundfranchise von 300 Franken können erwachsene Versicherte aus fünf Wahlfranchisen auswählen. Die Höhe der Franchise gibt an, welchen Teil ihrer Gesundheitskosten die Versicherten im Krankheitsfall selber tragen. Wer eine höhere Franchise wählt und damit einen grösseren Anteil der Leistungskosten selber bezahlt, der erhält für dieses höhere Risiko einen Prämienrabatt. Ende Juni hat der Bundesrat entschieden, die Rabatte für hohe Franchisen zu beschneiden. Für die fast 1,4 Millionen Versicherten mit der höchsten Franchise von 2500 Franken reduziert sich der jährliche Maximalrabatt um 440 Franken, bei der Franchise von 2000 Franken sind es 255 Franken weniger und für Versicherte mit einer Franchise von 1500 Franken verringert sich der Rabatt um 120 Franken. Das Bundesamt für Gesundheit begründet die Anpassung unter anderem damit, dass die Prämienreduktionen im Verhältnis zum eingegangenen Risiko heute zu hoch seien. Die Krankenkassenverbände haben den Entscheid des Bundesrates scharf kritisiert. Dieser sei ein «Schlag ins Gesicht» der kostenbewussten Prämienzahler. Der Bundesrat bestrafe damit jene Versicherten, die Eigenverantwortung übernähmen. (bär)


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