Chefsache

Pest oder Cholera

CHEFSACHE ⋅

08. Oktober 2016, 00:00

Die Wahl zwischen Pest und Cholera haben die amerikanischen Stimmberechtigten Anfang November. Wobei je nach Anhängerschaft die Krankheiten Synonyme für Donald Trump oder Hillary Clinton sind. Dass aber die Stimmbürgerinnen und -bürger im Kanton Zug Ende November ebenfalls nur zwischen Pest und Cholera wählen können, das geht im momentanen Wahlkampf­getöse, das über den Grossen Teich schwappt, etwas unter.

Ende November entscheiden die Zuger Stimm­berechtigten über das Entlastungspaket II (EP II), gegen das erfolgreich das Referendum ergriffen wurde. Sparen oder doch nicht in dem Umfang und wie vorgeschlagen? Pest oder Cholera eben. Für wen schliesslich die Pest oder die Cholera ausbricht, das hängt von der Sichtweise ab. Für den Regierungsrat bricht die Pest aus, wenn das Entlastungspaket II vom Volk abgelehnt wird. Für die Gegner im umgekehrten Fall, wenn dieses Paket gutgeheissen wird.

Einen einfachen Weg aus der Situation gibt es nicht. Scheitert das EP II an der Urne, müssen die etwa 40 Millionen Franken, die damit eingespart werden sollen, wohl oder übel auf das Sparprojekt Finanzen 2019 überwälzt werden. Somit wären dann 140 Millionen Franken einzusparen, was wohl kaum zu machen ist. Weshalb bereits vorsorglich von Steuererhöhung gesprochen wird. Wird das EP II Ende November gutgeheissen, dann dürften das jene Zugerinnen und Zuger spüren, die bereits heute nur schwer über die Runden kommen.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ende November hat Zug wirklich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Harry Ziegler, Chefredaktor

harry.ziegler@zugerzeitung.ch


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