Kommentar

FCL-Präsident setzt sich unter Hochdruck

KOMMENTAR ⋅ Sportreporter Daniel Wyrsch über die Freistellung von Rolf Fringer

08. Januar 2016, 00:00

Der FC Luzern kommt nicht zur Ruhe. Wie schon Heinz Hermann und Alex Frei ist auch Rolf Fringer als Sportchef nicht lange im Amt gewesen. Nach einem Jahr und ein paar Tagen ist gestern das sofortige Aus gekommen. Der bald 59-Jährige in Hergiswil lebende Österreicher wurde freigestellt. Drei Monate erhält er noch den Lohn.

Für Fringer ist es nicht der erste Rauswurf in Luzern. Als Trainer musste er den Verein im Frühling 2011 verlassen. Die Geschichte hat sich wiederholt. Damals hatte er den FCL zuerst aus praktisch aussichtsloser Lage vor dem Abstieg gerettet, später in den Europacup und zum Wintermeistertitel geführt, ehe hinter seinem Rücken mit Murat Yakin Pläne geschmiedet wurde und die sportliche Talfahrt in Fringers Entlassung mündete.

Vor Jahresfrist kehrte Fringer zurück, impfte als sportlicher Leiter dem Tabellenletzten Selbstvertrauen und Ruhe ein. Er verpflichtete mit Roland Vrabec den Vertrauten von Markus Babbel als Co-Trainer, holte Abwehrchef Puljic zurück. Freis beste Zuzüge Jantscher, Schneuwly und Freuler kamen wie Lezcano und die anderen endlich in Schwung. Die Abstiegsangst wurde vertrieben. Aktuell steht der FCL auf Platz 4 und im Cup-Halbfinal.

Natürlich hat auch Fringer Fehler gemacht. Sein Zuzug Ianu floppte. Bei den Transfers im Sommer vertraute er Vrabec, der für ihn vier mittelprächtige Deutsche holte. Auf Babbels Dienste wollte Fringer im Gegensatz zu Ruedi Stäger künftig verzichten. Der Präsident stellte ihn deswegen kalt. Jetzt steht Stäger unter sport­lichem Hochdruck.


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