Kommentar

Fringers Abschiedsgeschenk

Sportchef Andreas Ineichen über den Transfer von Dario Lezcano zum FC Ingolstadt

15. Januar 2016, 00:00

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Rolf Fringer der Mastermind des ersten Millionengeschäfts des FC Luzern seit gut acht Jahren ist. Dario Lezcano wollte schon vor einem Jahr weg, er hatte genug vom damals abstiegsgefährdeten FCL und seinen Repräsentanten. Doch dem vor acht Tagen entlassenen Sportchef gelang es mit Überzeugungskraft und Fingerspitzengefühl, Lezcano wieder ­aufzupäppeln. Und zu einer Verlängerung des Vertrages zu bewegen. Für den FCL und die verschiedenen Geldgeber, die damals 1,2 Millionen Franken in Lezcano investiert haben, lohnt sich der Deal: Bei 2,5 Millionen Euro, die Ingolstadt als Ablöse überweisen wird, liegt die Rendite bei über 100 Prozent. Es ist quasi das Abschiedsgeschenk Fringers an die FCL-Investoren, die dem Antrag von Präsident Ruedi Stäger auf Entlassung des Sportchefs gefolgt sind.

Richtig ist, dass der FCL seinen mit Abstand besten Torjäger der laufenden Saison ziehen lässt – auch wenn es die Aussicht darauf, die eigenen Ziele zu erreichen, nicht eben verbessert. Aber Lezcano redete bei jeder Gelegenheit davon, dass es ihn in eine grössere Liga ziehe. Und Reisende sollte man nicht aufhalten.

Vernünftig scheint, dass die FCL-Investoren ihren Anteil aus dem Lezcano-Deal für einen Ersatz zur Verfügung stellen. Denn die Entlassung Fringers hat eine Mehrheit der FCL-Anhängerschaft zutiefst verärgert. Das einzig probate Gegenmittel, um die zahlende Kundschaft wieder zu besänftigen, sind Tore und Erfolge.


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