Ab ins Körbchen mit dem Ball

KORBBALL ⋅ Es wird wieder geschwitzt und gekämpft. Bei der Innerschweizer Meisterschaft, wo rund 1000 Akteure mitmachen, geht es aber nicht immer nur um Punkte.

29. November 2016, 00:00

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Nun werden wieder die Ärmel hochgekrempelt. Rund 1000 Spielerinnen und Spieler, die 89 Mannschaften repräsentieren, kämpfen bis Anfang Februar um die Krone eines Innerschweizer Hallen-Korbballmeisters, und dies in den Kategorien 1. Liga bis zu den U-14-Teams. Und so herrschte am Sonntag in den Luzerner Alpenquai-Hallen bei der ersten Runde ein veritabler Grossbetrieb – ein Kommen und Gehen der Akteure. In der Luft lag der typische Geruch von Muskelöl, in den Gängen sah man Trainer mit Netzen voller Bälle herumeilen, Spielerinnen wärmten sich im leichten Trab auf, und auf den Bänken warteten Utensilien wie Bälle, Trinkflaschen und Unterlagen auf ihre Abnehmer. Noch eine kurze und letzte Lagebesprechung – und dann ging es los. Es wurde gekämpft und geschwitzt, gelacht und gefeiert. Für jeden Punkt gab es Applaus von der Spielerbank, begleitet von anerkennenden Worten, «super gemacht, weiter so». Wer gerade einen «fliegenden Wechsel» hinter sich hatte, setzte sich hin und fieberte mit den Kolleginnen auf dem Feld mit. «Aufgepasst auf die Nummer 9, Angie, lauf nach vorne» oder «hopp, hopp, kommt», hallte es über die Spielfelder.

Beim Korbballspielen ist man unter sich

Korbballspielen kann ganz schön an die Substanz gehen, diese zweimal 12 Minuten. Zum Ausruhen oder Durchatmen blieb wenig Zeit, und in der zweiminütigen Pause hatte der Trainer oder die Trainerin das Wort: kurze Kritik, kurzes Lob und ein grosser Schluck aus der Flasche, zu mehr reichte es jeweils nicht. Dann der Schlusspfiff, Abklatschen auf dem Feld und ein Händedruck an die Konkurrenz. Bei der anschliessenden Manöverkritik wurde diskutiert und analysiert, um alles bei der nächsten Begegnung in die Tat umzusetzen, denn in jeder Runde kommen drei Partien zur Austragung. Für diese Innerschweizer Meisterschaft ist übrigens der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden zuständig. Die NLA- und NLB-Championats, die im Sommer zur Austragung gelangen, sind beim Schweizerischen Turnverband (STV) angesiedelt.

Korbball ist keine Sportart, die massenweise Zuschauer in die Halle lockt, man ist mehr oder weniger unter sich, «en famille» sozusagen. Trotzdem, der eine oder andere liess sich diese sportliche Ouvertüre nicht entgehen. Mütter, Geschwister und Tanten spornten ihre Familienangehörigen an, spendeten Applaus und, wenig nötig, auch Trost. Aufgefallen sind auch Väter, die zusammen mit ihren Sprösslingen inklusive Kinderwagen und Teddybär in der Halle auftauchten: «Jetzt schauen wir mal, wo Mami spielt.» Allerdings war dann Papis Smartphone für den Nachwuchs irgendwie halt etwas interessanter als das Geschehen auf dem Spielfeld. Wem der Sinn nach Small-Talk stand oder wer eine Wartezeit überbrücken musste, war in der kleinen, aber feinen Festwirtschaft gut bedient.

Willisauerinnen sind Titelverteidiger

Korbballer sind treue Seelen, wie man so zu sagen pflegt. Viele beginnen in der Jugend- oder Mädchenriege mit dieser Sportart – und bleiben jahrelang dabei. So auch die 28-jährige Regula Bosshart, Captain bei den letztjährigen 1.-Liga-Meisterinnen aus Willisau, die im Sommer in der NLB engagiert sind. Am Sonntag musste sie allerdings wegen Adduktorenproblemen das ganze Geschehen von aussen betrachten. Eine der Faszinationen für diese Sportart sei der sehr gute Teamgeist bei den Willisauerinnen, «dazu kommt das schnelle Spiel, gepaart mit der Technik», sagte Regula Bosshart. Nach so langer Zeit würde man die Gegnerinnen natürlich gut kennen, «und dann geht es nicht nur um Siege, sondern auch um die Ehre». Und die Angestellte in einem Reisebüro brachte die Begeisterung für ihre Sportart auf einen Nenner: «Ohne Korbball kann ich nicht sein.»

Bei dem Engagement, welches die Spielerinnen und Spieler am Sonntag beim Meisterschaftsauftakt an den Tag legten, wird sie kaum die Einzige mit dieser Aussage sein.

Hallenmeisterschaft

Innerschweizer Meisterschaft. 1. Spieltag. Frauen, 1. Liga: Urtenen-Schönbühl - Wettingen 10:5. Rickenbach - Buochs 6:9. Willisau - Unterkulm 2:6. Wolfenschiessen - Küssnacht 2:2. Menznau - Dottikon 8:9. Willisau - Urtenen-Schönbühl 8:7. Wettingen - Rickenbach 7:2. Unterkulm - Menznau 7:5. Küssnacht - Buochs 6:6. Wolfenschiessen - Dottikon 5:5. Rickenbach - Willisau 3:3. Menznau - Urtenen-Schönbühl 4:8. Küssnacht - Wettingen 5:3. Dottikon - Unterkulm 7:3. Buochs - Wolfenschiessen 4:6. – Rangliste (alle 3 Spiele): 1. Dottikon 5. 2. Küssnacht 4. 2. Wolfenschiessen 4. 4. Unterkulm 4. 4. Urtenen-Schönbühl 4. 6. Buochs 3. 6. Willisau 3. 8. Wettingen 2. 9. Rickenbach 1. 10. Menznau 0.

Frauen, 2. Liga: Willisau - Schüpfheim 5:3. Pfäffikon - Schwyz 5:4. Santenberg - Ballwil 7:3. Wikon - Willisau 11:7. Escholzmatt - Schüpfheim 6:2. Grosswangen - Schwyz 5:10. Pfäffikon - Santenberg 4:3. Wikon - Ballwil 8:6. Schwyz - Escholzmatt 7:4. Willisau - Grosswangen 5:5. Wikon - Santenberg 5:4. Ballwil - Schüpfheim 3:9. – Rangliste: 1. Wikon 3/6. 2. Pfäffikon SZ 2/4. 3. Schwyz 3/4. 4. Willisau 3/3. 5. Escholzmatt 2/2. 6. Santenberg 3/2. 6. Schüpfheim 3/2. 8. Grosswangen 2/1. 9. Ballwil 3/0

Frauen, 3. Liga: Brunnen - Buochs 7:5. Escholzmatt - Inwil 2:11. Willisau - Unterkulm 5:11. Brunnen - Escholzmatt 3:3. Willisau - Inwil 4:6. Unterkulm - Buochs 8:5. Escholzmatt - Unterkulm 6:15. Inwil - Buochs 8:4. Brunnen - Willisau 10:8.

Männer, 3. Liga: Schwyz - Ägeri 7:6. Neuenkirch - Bözberg 3:9. Kriens - Wolhusen 5:6. Schwyz - Neuenkirch 9:7. Kriens - Bözberg 4:12. Wolhusen - Ägeri 8:5. Neuenkirch - Wolhusen 7:12. Bözberg - Ägeri 9:2. Schwyz - Kriens 8:4.

Männer U 16: Hausen - Küssnacht 7:4. Menznau - Rickenbach 7:2. Hausen - Menznau 3:8. Rickenbach - Küssnacht 1:4. Küssnacht 2 - Menznau 1 1:5. Rickenbach - Hausen 5:3.

Mädchen U 16: Schwyz - Schötz 2:1. Grosswangen - Unterkulm 2:7. Schötz - Unterkulm 1:12. Grosswangen - Schwyz 2:2. Unterkulm - Schwyz 10:3. Grosswangen - Schötz 6:1.

Hinweis

Alle Resultate auf

www.turnverband.ch


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