Beim Nachwuchs hat es Lücken

TENNIS ⋅ Der Finaltag des internationalen Juniorenturniers in Luzern fand ohne regionale Beteiligung statt. Für die Zukunft besteht allerdings Hoffnung auf Besserung.

13. September 2016, 00:00

Marco Keller

Am Finaltag der 11. ITF Luzern Junior Competition waren die regionalen Kids in grosser Anzahl vertreten. Neun von ihnen, die Jüngsten der jungen Hoffnungsträger von Tennis Zentralschweiz, kamen auf die Anlage des TC Luzern Lido, um einen Augenschein bei den «Grossen» zu nehmen. Begleitet und betreut von Kadertrainer Dirk De Beus, erhielten sie am einzigen ITF-Nachwuchsturnier der Gegend zahlreiche Tipps und Inspiration im Duell der grössten Hoffnungen des Landes mit internationaler Konkurrenz.

Milenkovic muss aufgeben

Spielerinnen und Spieler aus der Region erlebten sie allerdings nicht mehr im Wettkampfeinsatz, am späten Mittwochnachmittag war der letzte Vorhang gefallen. Lido-Spielerin Michelle Lanz unterlag in der zweiten Runde des Hauptfelds der als Nummer 3 gesetzten Deutschen Chantal Sauvant nach durchaus achtbarer Leistung und einem vorherigen feinen Sieg gegen eine viel versprechende Französin. Fast zeitgleich musste Kristina Milenkovic auf dem Centre-Court gegen die topgesetzte Svenja Ochsner wegen Rückenbeschwerden aufgeben, dies nach einem Auftakterfolg gegen eine starke Italienerin. In der ersten Runde ausgeschieden waren Alexandra Wimmer (nach klar gewonnenem Startsatz), Alisa Tahiraj und Noah Lopez. Ebenfalls die Chance genutzt, Erfahrungen zu sammeln, hatten vier Hoffnungen der Regionalvereinigung Zug Tennis. Für sie bedeutete nach guten Ansätzen die Qualifikation Endstation.

Eine mässige Bilanz, welche die Leistungsstärke bei den älteren Juniorenjahrgängen ziemlich korrekt spiegelt. Im obersten Nachwuchssegment hat es bei Tenniszentralschweiz (TEZ) Lücken, mit Ausnahme von Jessica Crivelletto (N2.20) gibt es bei beiden Geschlechtern Nachholbedarf. «Wir arbeiten daran, dass wir diese Lücken bald schliessen können», sagt Reto Bösch, langjähriger regionaler Spitzenspieler und innerhalb der TEZ neben der Führung der Geschäftsstelle vornehmlich mit dem jüngsten Nachwuchs beschäftigt.

U 16: Die Girls (noch) im Vorsprung

Auf der U-16-Stufe sieht es schon besser aus. Milenkovic, Lanz und Tahiraj befinden sich im Aufwind, von ihnen kann nächstes Jahr in Luzern sicher noch mehr erwartet werden. Bei den Knaben konnte David Limacher, der Bestklassierte, verletzungsbedingt nicht antreten, ebenso wenig wie Niclas Harrer. Vincent Knöss scheiterte zwar in der Startrunde der Qualifikation, bestätigte seinen Aufwärtstrend aber am Samstag in Biel mit seinem ersten Sieg auf ITF-Stufe. «Hier ist die Spitze schmal, aber es geht vorwärts», sagt Bösch.

U 14: Cvetkovic, grösste Hoffnung

Noch interessanter werden die Perspektiven eine Stufe tiefer. Noah Lopez und Yanis Moundir versuchen sich im national sehr starken Jahrgang 2002 zu behaupten und haben in Luzern erste wertvolle Erfahrungen gesammelt. Noch jünger und bereits in nationalen Kadern sind Kiara Cvetkovic, Joëlle Lanz und Andrin Casanova.

Die meisten Hoffnungen ruhen derzeit auf Cvetkovic. Das «Christkind» aus Geuensee – sie feiert am 24. Dezember ihren 13. Geburtstag – überzeugt bereits durch Spielintelligenz und Ruhe und verfügt über ein hervorragendes Umfeld mit Trainer Michael Birner und «normalen» Eltern, was in der Tennisszene ja bei weitem nicht selbstverständlich ist. «Bei den drei Swiss-Tennis-Nachwuchskaderathleten gehen wir davon aus, dass sie einen nächsten Schritt machen werden», sagt Bösch.

Kids-Tennis: Einige stechen heraus

Im Jahrgang 2005 stimmt die Quantität, derzeit kristallisieren sich aber noch keine Topshots heraus. Mit Esmeralda Brunner und Matej Pantelic führen aber zwei hoffnungsvolle Talente den Jahrgang an. Anders sieht es bei den Jahrgängen 2006 bis 2008 aus. Hier profitiert TEZ von der umsichtigen Aufbauarbeit der Trainergruppe um Philipp Dillschneider, und man steht auch im nationalen Vergleich punkto Anzahl Kids im Bereich Kids-Tennis top da auf Platz 2. «Hier wollen wir einige Kids gezielt herausnehmen, mit ihnen mehr machen und wirklich auch gezielt investieren», sagt Bösch. Wenn das gelingt, sind die lokalen Nachwuchscracks am Finaltag der ITF Luzern Junior Competition schon bald nicht mehr nur Zuschauer.


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