Emmen fordert die SG Pilatus

HANDBALL ⋅ Wenig fehlte zur grossen Überraschung – und Emmen hätte der SG Pilatus mehr als nur ein blaues Auge verpasst. Kein Zweifel: Der Aufsteiger ist in der 1. Liga angekommen.

22. November 2016, 00:00

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Emmen hätte einen Punkt verdient gehabt. Und wenn es zwei geworden wären, hätten wir uns auch nicht beklagen können.» Tom Helfenstein, der Trainer der SG Pilatus, machte sich nichts vor: Der 28:27-Sieg des NLB-Absteigers gegen den 2.-Liga-Aufsteiger der letzten Saison war einer der glücklichen Sorte. Ein Duell auf Augenhöhe lieferten sich die beiden Teams am letzten Sonntag. Die Führung wechselte mehrmals, nie betrug ein Vorsprung mehr als zwei Treffer, bis zum Schluss stand die Partie auf der Kippe.

Der Siegestreffer durch Samuel Stadelmann fiel rund zweieinhalb Minuten vor Spielende. 23 Sekunden vor dem Abpfiff nahm Emmen nochmals ein Time-out, um mit dem letzten Angriff doch noch das Remis zu erzwingen. Doch der 12-fache Torschütze Lukas Huwiler konnte nicht mehr in Abschlussposition gebracht werden, der Leader der 1.-Liga-Gruppe 3 hatte den zittrigen Sieg in der Tasche.

Ein Slowene für die Emmer

Für Emmens Trainer Stephan Meier war es natürlich bedauerlich, dass seine Mannen für den starken Auftritt nicht belohnt worden waren. Stolz war er trotzdem, einem Spitzenteam während 60 Minuten Paroli geboten zu haben. «Wir wollten unsere Angriffe lange ausspielen, um technische Fehler und damit Gegenstosstore zu vermeiden. Das ist uns gut gelungen», resümierte er. In Sachen Kampfgeist und Geschlossenheit könne er seinem Team keinen Vorwurf machen. Einziger grösserer Kritikpunkt war die mangelhafte Chancenauswertung, ihr war es zuzuschreiben, dass die Überraschung nicht zu einem Punktgewinn perfektioniert werden konnte.

Zweifellos: Emmer haben in den letzten Wochen Fortschritte gemacht. Dank Siegen gegen Wahlen Laufen und Dagmersellen wurden sogar vier Punkte eingefahren. Aufgrund der Verletzungssorgen hat man kurzfristig noch die Kontakte spielen lassen und mit Luka Ravlija einen Slowenen verpflichtet. Im Innenblock stabilisiert der 20-Jährige die Defensive, im Angriff erhöht er aus dem linken Rückraum die Durchschlagskraft. Bei einem Vereinssponsor ist Ravlija dabei zu 100 Prozent berufstätig. Ein Transfer, der zeigt: Emmen will in der 1. Liga bleiben und damit ein anderes Schicksal bewirken als 2014, als man unmittelbar nach der Promotion wieder abtauchen musste. Trotz der «von A bis Z schlechten Darbietung» seiner Mannschaft am Sonntag, wie es Helfenstein formulierte, ist die SG Pilatus auf gutem Weg, sich an der Spitze zu etablieren. Die Tabellenführung und das klar beste Torverhältnis (+70) zeugen ganzheitlich von guter Arbeit. «Unsere Deckung ist stabil. Und im Angriff sorgen Fabian Häberli und Fabio Hess für variable Angriffsauslösungen», freut sich Helfenstein. Darüber hinaus kommt es seinem Team wie am Sonntag zugute, dass es auf die Zusammenarbeit mit A-Ligist Kriens-Luzern zählen kann. «Spieler wie Yves Mühlebach und Claudio Vögtli kann nicht jedes 1.-Liga-Team in seinen Reihen wissen.» Komme nun noch mehr Konstanz in die Leistungen, dürfte man die Finalrunde bald erreicht haben.

Die besten vier Teams aller vier 1.-Liga-Gruppen kämpfen bekanntlich in der zweiten Saisonphase um den NLB-Aufstieg. Während die SG Pilatus und der BSV Stans fast durch sind, kommt es um die weiteren Plätze zu einem «ziemlichen Gerangel», wie Helfenstein feststellt. Auch Dagmersellen und Muotathal, die fast schon aus dem Rennen schienen, haben sich zurückgemeldet, liegen jeweils nur noch zwei Zähler unter dem Strich.

Männer, 1. Liga

Gruppe 3: Olten - Stans 25:29. Muotathal - Pratteln 27:22. Emmen - SG Pilatus 27:28. SG Wahlen Laufen - Dagmersellen 26:36.

Rangliste: 1. SG Pilatus 9/14. 2. Stans 9/14. 3. SG Olten 9/12. 4. Pratteln 9/10. 5. Dagmersellen 9/8. 6. Muotathal 9/8. 7. Emmen 9/4. 8. SG Wahlen Laufen 9/2.

Hinweis

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