Emmen setzt auf einen kompletten Handballer

HANDBALL ⋅ Emmen kommt spät in dieser 1.-Liga-Saison in Fahrt, möglicherweise aber nicht zu spät. Dank des 25:22-Siegs gegen Wacker Thun II rückt der Ligaerhalt in Griffnähe.
14. März 2017, 00:00

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Aufatmen in der Emmer Rossmooshalle. Eine Woche nach dem 29:25-Sieg in Laufen doppelte die Mannschaft am letz­ten Samstag in der 1.-Liga-Abstiegsrunde zu Hause nach: 25:22-­Triumph gegen die Reserven von Wacker Thun. «Die Freude ist gross, dieser Sieg und diese Leistung sind extrem wichtig für uns», sagte Trainer Stephan Meier nach Spielschluss und schnaufte durch. Der Blick auf die Tabelle erklärt, weshalb: Dank der beiden Erfolge verliessen die Emmer die Abstiegszone, drei Punkte beträgt nun der Vorsprung auf einen direkten Relegationsplatz.

Aktuell belegen sie den fünften Rang, der sie am Ende in die Abstiegs-Playouts führen würde. Sogar Platz vier und der damit verbundene direkte Ligaerhalt liegen nach der Hälfte der 14 Runden noch im Bereich des Möglichen, vier Punkte beträgt hier der Rückstand. «Diese Rechnereien bringen aber nichts, deshalb schauen wir nicht auf die Rangliste. Wir müssen einfach Spiel für Spiel nehmen», betont Meier.

Unsauberkeiten in der Angriffsauslösung

Dabei scheint es so, dass sein Team gerade zum richtigen Zeitpunkt die beste Form der Saison erreicht. Gegen die Berner Oberländer war zwar nicht alles gut, allerdings doch genug, um den direkten Konkurrenten in die Schranken zu weisen. Der Start glückte nicht wunschgemäss, nach 13 Minuten lagen die Luzerner mit 6:7 zurück. Dank eines Zwischenspurts stellten sie das Skore bis zur 17. Minute auf 10:7, zur Pause betrug die Differenz sogar vier Tore (15:11). Nach dem Seitenwechsel geschah dann das, was Meier später sagen lässt: «Wir haben uns selber wieder unnötig unter Druck gesetzt.»

Was war passiert? Unsauberkeiten in der Angriffsauslösung ermöglichten den Thunern einfache Tore und die kontinuierliche Verkürzung des Rückstands. In der 43. Minute war der Gleichstand wiederhergestellt (18:18), noch in der 54. Minute stand die Partie auf Messers Schneide (21:21). «Letztlich waren wir das etwas cleverere Team», resümierte Meier und bezog sich damit auf die erfolgreiche Schlussphase. Mit Blick auf die gesamte Spieldauer zeigte er sich vor allem mit der Defensivarbeit zufrieden.

Aus dem Kollektiv der Emmer ragt derzeit ein Mann heraus, der erst in der Winterpause verpflichtet worden war: Goran Djuricin. Der 30-jährige Serbo-Ungar spielte in der Vorrunde bei Erstligist West und hat seit seiner Ankunft in Emmen in sechs Spielen 36 Tore erzielt – gegen Wacker Thun II traf er sieben Mal. «Er ist ein kompletter Handballer und bringt Routine rein», freut sich Meier.

Goran Djuricin war Berufsspieler in Spanien, Kroatien, Ungarn und Deutschland, eingesetzt werden könne der 1,87 Meter grosse Linkshänder sowohl im rechten Aufbau als auch auf der Spielmacherposition. Mit Luka Ravlja hatten die Emmer schon in der Vorrunde einen Slowenen verpflichtet, darüber hinaus stehen mit Lukas Huwiler und Tizian Dossenbach zwei ehemalige NLA-Spieler im Kader. Das nötige Potenzial für den Ligaerhalt sollte in Emmen also durchaus vorhanden sein.

Männer, 1. Liga

Abstiegsrunde, Gruppe 2: Muotathal – Lyss 27:19. Emmen – Wacker Thun 25:22. Lausanne-Ville/Cugy – SG Wahlen Laufen 21:27. Herzogenbuchsee – Olten 25:26.

Rangliste: Muotathal 7/14. 2. Herzogenbuchsee 7/10. 3. Lyss 7/10. 4. SG Olten 7/10. 5. Emmen 7/6. 6. Wacker ThunII 7/3. 7. SG Wahlen Laufen 7/3. 8 Lausanne-Ville 7/0.

«Er ist ein kompletter Handballer und bringt Routine rein.»

Stephan Meier

Trainer Handball Emmen


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