Liganeuling Rothenburg steckt in Nöten

3. LIGA, GRUPPE 2 ⋅ Der FC Rothenburg kassiert die vierte Niederlage in Folge. Zuletzt setzt es ein 1:7-Debakel gegen Emmenbrücke ab.
13. September 2016, 00:00

«So schaffen wir das nicht. Mit dieser Leistung haben wir in dieser Liga nichts zu suchen», wetterte Rothenburgs Spielertrainer Daniel Senn nach der 1:7-Ohrfeige gegen Emmenbrücke. «Das war schlecht, ungenügend. Wir müssen über die Bücher», so der 33-jährige Rothenburger, der im Trainerstaff von den beiden Spielern Dario Thoma und Patrik Heini unterstützt wird.

Dass es keine einfache Aufgabe wird, war sich Senn bewusst. «Wir spielen in einer spielerisch starken Gruppe 2. Als Aufsteiger verfolgen wir das Ziel, die Klasse zu halten. Das wird schwierig, doch wir können das meistern», ist Senn überzeugt. Gründe für den nicht geglückten Auftakt kennt er: «Der Niveauunterschied von der vierten zur dritten Liga ist frappant. Zudem haben wir viele verletzte Spieler. Leider konnte ich bisher nicht aus dem Vollen schöpfen.» Was könnte sich als Vorteil im Kampf um die Klassenzugehörigkeit erweisen? Senn: «Wir haben einen guten Mix. Mit Patrick Grüter haben wir einen Akteur mit Jahrgang 1977, die Jüngsten sind 21 Jahre. Zudem sind alle im Verein verwurzelt, weil sie beim FC Rothenburg die Freude zum Fussball entdeckten.» Ein Plus könnte auch sein, dass von der letztjährigen Aufsteigermannschaft (Durchschnittsalter 27 Jahre) alle Akteure immer noch dabei sind.

Fanionteam spielt eine Liga tiefer

Sehnlichst Punkte wünscht sich auch Rothenburgs Präsident Joe Haslimann (63): «Für den FC Rothenburg ist die 3. Liga enorm wichtig, denn unseren jüngeren Spielern wollen wir eine Plattform bieten, die sportlich interessant ist. Ich bin überzeugt, trotz des Fehlstarts, dass das Team mit ihrem Kämpfertum und ihrer Homogenität das anvisierte Ziel packen kann.» Für Senn kam die Promotion «völlig unverhofft, da wir nie mit einem Aufstieg liebäugelten. Doch wir setzen alles daran, um in der 3. Liga zu bleiben.» Senns Aussage mit dem unverhofften Aufstieg verwirrt vielleicht. Klarheit schafft die Erkenntnis, dass es sich bei dieser 3.-Liga-Equipe nicht um das Fanionteam, sondern um die zweite Mannschaft handelt. Die erste Mannschaft scheiterte in der Aufstiegsrunde im Sommer knapp. «Das war schon eine ganz spezielle Situation, dass wir als ‹Zwöi› im Verein den Aufstieg schafften.» Lange war nicht klar, ob Senns Equipe überhaupt aufsteigen darf. Es wurde darüber diskutiert, ob das Fanionteam diesen Platz beerben darf. Der Vorstand hat sich dann aber für die sportliche Fairness entschieden. «Es ist eine gewisse Wertschätzung für meine Spieler, die sich dieses 3.-Liga-Abenteuer verdient haben.» Nun müssen sie sich im Oberhaus aber schnell beweisen, denn der Kampf um den Verbleib dieser Klasse hat längst begonnen.

FC Emmenbrücke auf Kurs

Sportlich gut unterwegs ist Emmenbrücke, welches zuletzt mit dem 7:1-Sieg beim Aussenseiter Rothenburg die Pflicht erfüllte. Mit zwei Siegen und einem Remis (Wertung des Spiels gegen Südstern noch offen) steht das Team von Trainer Sandro Waser auf dem vierten Rang, nach Verlustpunkten sogar auf Platz zwei. Das sportliche Ziel ist klar und heisst das erneute Erreichen der Aufstiegsrunde (Top 2). Am Samstag (18.00, Gersag) kommt es zum Spitzenspiel zwischen Emmenbrücke (3/7) und dem Leader Luzerner SC (4/12).

Michael Wyss


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