Littau in Überzahl zu wenig clever

FUSSBALL ⋅ Der FC Littau trotzte Leader FC Sarnen ein 3:3 ab. Littau-Trainer Stevie Brunner spricht gleichwohl von zwei verlorenen Punkten.
11. April 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

91. Minute, der FC Littau führte 3:2. Die seit der 43. Minute in Unterzahl spielenden Sarner lancierten einen letzten Angriff. Nicola Baumann konnte den einschussbereiten Dominic Ineichen nur noch mit einem Foulspiel von den Beinen holen – Penalty. Der Gefoulte übernahm die Verantwortung und versorgte den Ball zum 3:3-Ausgleich im Netz des machtlosen Littau-Torhüters Ramon Grüter. Der Jubel im Lager der Sarner kannte ob des späten Ausgleichs keine Grenzen. Die Stimmung bei den Littauer Spielern, welche in diesem spektakulären und technisch guten Match jeweils 1:0, 2:1 und 3:2 geführt hatten, sank, mit dem Sieg vor Augen, auf den Tiefpunkt. «Wir haben ganz klar zwei Punkte verloren», resümierte Littau-Trainer Stevie Brunner, «dürfen aber auch einwenig stolz sein, dass wir den guten und offensiv gefährlichen Leader an den Rand einer Niederlage bringen konnten.»

Die mit Spannung erwartete Partie wurde nach einem ausgeglichenen Beginn ohne klare Torchancen erst gegen Ende der ersten Halbzeit so richtig lanciert. In der 43. Minute nahm Pascal Bucher im Strafraum die Hand zu Hilfe: Platzverweis und Elfmeter. Dominic Britschgi liess sich diese Torchance nicht entgehen. Sarnens Trainer Ricardo Pereira ärgerte sich: «Der Penalty geht nach dieser Reflexbewegung in Ordnung. Aber der Platzverweis war nach der auf diese Saison neu eingeführten Regel nicht berechtigt.»

Thomas Zwimpfer wird neuer Littau-Trainer

Mit dem 1:1-Ausgleich (59.) von Dominic Braschler, der von aufsässiger Störarbeit von Dominic Ineichen und Luca Vogel profitierte, ging dann «die Post» erst richtig ab. Nach je einer vergebenen sogenannten «Hundertprozentigen» (62. Wessley De Jesus/65. Luca Vogel) traf Simon Britschgi in der 74. Minute zum 2:1, drei Minuten später versorgte Tiago Lopes einen Cornerball von Dominic Braschler zum 2:2-Ausgleich.

Nach einem sehenswerten Weitschusstor via Lattenunterkante durch Alessio Colatrella sah sich der FC Littau in der 81. Minute auf die Siegerstrasse einbiegen, ehe die topmotivierten jungen Littauer diese nach dem Foulelfmeter wieder verlassen mussten. «Nach der 3:2-Führung und einem Mann mehr auf dem Platz fühlten sich meine Schützlinge unbewusst wohl zu sicher», mutmasste FCL-Trainer Brunner. «Wir waren nicht clever genug, um diesen Sieg heimzuspielen.»

Mit dem Ausgleichstor zum 1:1 und dem Corner-Assist zum 2:2 war der wendige Dominic Braschler massgeblich am Sarner Punktgewinn beteiligt. «Diesen einen Punkt nehmen wir sehr gerne mit nach Hause. Obwohl wir in Unterzahl dreimal einem Tor nachrennen mussten, haben wir immer an unsere Chance geglaubt und die Ruhe bewahrt», stellt der 24-jährige Offensivmann das Teamwork in den Vordergrund. Und der wegen des Personalnotstands (sechs Spieler fehlten) zu einem Kurzeinsatz gekommene Sarnen-Trainer Ricardo Pereira meinte aufgestellt: «Ich kann meinem Team zu dieser Leistung gegen einen unbequemen und aufsässigen Gegner nur gratulieren.» Nach dem späten Punktgewinn und der gleichzeitigen 1:3-Niederlage des FC Stans gegen den FC Willisau konnte Leader Sarnen den Vorsprung auf die drittplatzierten Nidwaldner auf sieben Zähler ausbauen.

Nach nur einer Saison kommt es beim FC Littau zu einem Trainerwechsel. Für Stevie Brunner ist das Traineramt mit seiner neuen beruflichen Ausrichtung nicht mehr vereinbar. Diese Aufgabe übernimmt Assistenztrainer Thomas Zwimpfer. Das heisst aber nicht, dass er mit seinem FC Littau keine Ziele mehr kennt: «Am Ende meiner Trainertätigkeit soll mein Team auf einem Rang im ersten Drittel stehen.» Mit dem gleichen Engagement wie zuletzt gegen den Leader FC Sarnen ist diese Zielsetzung sicher realisierbar.


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