Malters liebäugelt mit Abstieg

VOLLEYBALL ⋅ Die laufende NLB-Saison kann beim VBC Malters unter «erfolg- und lehrreich» abgebucht werden. Der Rücktritt von Trainer Ondrej Boula ist gewiss, die Ligazugehörigkeit wird in Frage gestellt.

14. März 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Gross war der Jubel, als das Männerteam des VBC Malters im Frühling 2016 völlig überraschend erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die NLB schaffte. Dieser Erfolg löste im ländlichen Malters eine Euphorie aus und den Optimismus, in der zweithöchsten Schweizer Liga auch Fuss fassen zu können.

Am Ende dieser Saison ist die Zuversicht einer grossen Ernüchterung gewichen. Dank des 3:2-­Sieges über den VBC Oberdiessbach holte sich die Mannschaft um Spielertrainer Ondrej Boula sportlich zwar souverän die Ligazugehörigkeit. Somit wurde das intern gesetzte Saisonziel, der Ligaerhalt, in der ersten NLB-Saison erreicht. Doch bereits seit einiger Zeit brodelte es im Verein unüberhörbar. Die Option, dass sich der VBC Malters freiwillig aus der NLB zurückzieht, wird immer wahrscheinlicher. Gründe dafür gibt es einige. Präsident Peter Gisler nennt das Hauptargument: «Nach zweijähriger Tätigkeit verlässt uns Trainer Ondrej Boula. Der Tscheche war nicht nur ein sehr guter Ausbildner, sondern auch eine grosse Teamstütze sowie ein sicherer Punktegarant. Dieser Abgang hinterlässt Spuren.»

Sprung für den Nachwuchs ist zu gross

Der 40-jährige Vater eines kleinen Sohnes kehrt mit seiner Frau Kristyna – sie spielt bei Volley Top Luzern – wieder in die Heimat zurück und wird dort die Leitung einer Sportschule übernehmen. Es setzt aber auch im Kader gewichtige Abgänge ab. Libero Martin Doppmann und Martin Weber stehen in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung. «Ohne personelle Hilfe anderer Vereine, und dies auch in der offenen Trainer-Frage, können wir diese Lücken nicht schliessen», gesteht Präsident Peter Gisler ein. «Für unsere Nachwuchsspieler ist der Sprung ins NLB-Team zu gross. Wir werden unsere Talente nicht verheizen, das steht ausser Frage.»

Also streckte man in Malters die Fühler in Richtung anderer Vereine aus. «Wir organisierten eine Zusammenkunft mit Vertretern von Emmen-Nord, Volley Top Luzern und dem VBC Luzern», erzählt Gisler eine dieser Massnahmen. Die Ausbeute ist ernüchternd. «Emmen-Nord, das unbedingt in die NLB will, hat die Vorbereitung auf die nächste Saison bereits abgeschlossen. Die Vertreter der Luzerner Klubs liessen sich für diese Standortbestimmung entschuldigen und vertrösteten uns auf einen späteren Zeitpunkt.» Mit anderen Worten: Das Schicksal des VBC Malters, was die zukünftige Ligazugehörigkeit in der nächsten Saison angeht, ist wohl besiegelt.

So tönt das Statement von Präsident Peter Gisler nicht sonderlich optimistisch: «Wenn es mit einer Zusammenarbeit nicht klappt, dann sagt mein gesunder Menschenverstand klar Nein zu einem Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse. Wir sind und wollen ein Dorfklub bleiben und sind nicht gewillt, uns personell und auch finanziell auf die Äste hinauszulassen.»

Die Verantwortlichen des VBC Malters haben nun bis zum 10. April Zeit, sich für die NLB oder für einen Neuanfang in der 1. Liga zu entscheiden. Die Richtung ist klar definiert: Der gesunde Menschenverstand wird wohl siegen ...

Volleyball, NLB-Männer

Abstieg, 6. Runde: Smash Winterthur – Münchenbuchsee 3:1. Klettgau – Laufen 3:0. Malters – Oberdiessbach 3:2. Olten – Servette Star Onex 0:3.

Rangliste: 1. Servette Star Onex 7/20 (19:5). 2. Malters 7/18 (17:11). 3. Klettgau 6/12 (12:9). 4. Smash Winterthur 6/12 (13:10). 5. Laufen 6/10 (11:14). 6. Olten 6/9 (11:12). 7. Oberdiessbach 6/5 (7:16). 8. Münchenbuchsee 6/1 (5:18). – Münchenbuchsee steigt in die 1. Liga ab.

Malters – Oberdiessbach 3:2

Bündtmättli. – 50 Zuschauer. – SR Ciemiesal/Siegrist. – Spieldauer: 92 Minuten. – Sätze: 25:15, 25:18, 17:25, 22:25, 15:11. – Malters: Werner Weibel, Pascal Küttel, Boula, Rafael Küttel, Keller, Andreas Weibel, Doppmann (Libero); Krauer, Weber. – Oberdiessbach: Thierstein, Wieland, Schulz, Blum, Widmer, Urwyler, Huser (Libero); Soltermann.

«Ohne Hilfe anderer Vereine können wir diese Lücken nicht schliessen.»

Peter Gisler

Präsident VBC Malters


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