«Musste die Notbremse ziehen»

HANDBALL ⋅ Die Dagmerseller besiegen den BSV Stans mit 31:25 und beenden damit ihre Negativserie. Nicht dabei war Trainer Othmar Buholzer, der eine Auszeit nimmt.

15. November 2016, 00:00

Stephan Santschi

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Nicht Cheftrainer Othmar Buholzer betreut derzeit die 1.-Liga-Handballer des TV Dagmersellen. Seit einem Monat teilen sich Coach Fabian Ammann und der ehemalige Profi Robert Konecnik diese Aufgabe. So auch am letzten Samstag, als im Heimspiel der BSV Stans mit 31:25 bezwungen werden konnte. «Dieser Sieg hat mich sehr gefreut. Offenbar hat die Mannschaft für einmal das abgerufen, was sie kann», sagt Buholzer.

Gesehen hat Buholzer das Spiel nicht, zumindest nicht live. Seit vier Runden beschränkt er sich auf die Nachbearbeitung und die Trainingsplanung. Direkt in den Spielbetrieb miteinbezogen ist er nicht. Weshalb? «Weil ich an einem Erschöpfungssyndrom leide und derzeit ärztliche Untersuchungen machen lasse. So weit sieht aber alles gut aus.»

Als Ursache für die Probleme nennt Buholzer «die Summe von vielen Dingen, ich habe zu viel gearbeitet und mich nicht mehr gut erholen können». Eines dieser Dinge sei sicher die Belastung durch die Trainertätigkeit bei Dagmersellen. Letztmals coachte er vor einem Monat sein Team bei der 19:34-Schlappe gegen die SG Pilatus. Danach hätten der Körper und der Kopf nicht mehr mitgemacht. «Vieles hat sich im Kreis gedreht, und ich konnte das Karussell nicht mehr stoppen. Um diese Situationen zu bewältigen, braucht man einen klaren Kopf und einen vollen Energietank.» Dies sei nicht mehr der Fall gewesen, «ich konnte der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht die notwendigen Inputs geben. Deshalb musste ich die Notbremse ziehen.»

Aktuell hat der TVD sechs Punkte auf dem Konto. Würde er sein Potenzial abrufen, wären es doppelt so viele, ist Buholzer überzeugt. Dann stünden die Luzerner an der Tabellenspitze und nicht auf Rang 5 mit vier Zählern Rückstand auf einen Finalrundenplatz. Den beruflichen Tätigkeiten als Leiter der Diplomtrainerausbildung in Magglingen, als ETH-Dozent der Gesundheitswissenschaften und persönlicher Berater von Sportlern geht Buholzer indes weiterhin nach.

BSV Stans mit vielen Absenzen

Wann er an die Seitenlinie zurückkehren wird, weiss Buholzer nicht. «Ich werde mich aber nicht einfach zurückziehen, ich habe in Dagmersellen schliesslich eine Verantwortung.» Vielleicht ist der überzeugende Auftritt gegen Tabellenführer Stans nach vier Niederlagen in Serie ja die sportliche Wende. Trotz 14:17-Rückstand zur Pause gab sich der TVD nicht auf und zwang die Nidwaldner in der Schlussphase der Partie deutlich in die Knie. Mit der Manndeckung auf Florian Henrich kamen die Gäste nach dem Seitenwechsel nicht zurecht. In der 51. Minute lagen sie letztmals in Führung (24:23), danach brach das Dagmerseller Gewitter über die Nidwaldner herein. «Unser Gegner hat den Sieg verdient. Er spielte am oberen, wir am unteren Limit», resümierte Spielertrainer Thomas Mohenski.

Für die Stanser war es bereits die zweite Niederlage in dieser Saison. Worin liegt die Ursache? Vornehmlich an der personellen Situation. Reihenweise standen in den letzten Wochen Spieler wegen Verletzungen, Krankheiten und privaten Terminen nicht zur Verfügung. Besonders bitter ist der Ausfall von Balázs Pozsgai, der einen Kreuzbandriss erlitten hat. Die weiteren Blessuren seien aber nicht allzu schlimm, vermeldet Mohenski, der selber nach Knieproblemen bald wieder mittun möchte. Dem Stans-Trainer ist bewusst, dass man sich in der Vorrunde zwar ein schönes Punktepolster angeeignet habe. «Doch unsere Tabellensituation ändert sich schnell, wenn wir nicht bald wieder siegen.»

Männer, 1. Liga

Gruppe 3: Muotathal - Emmen 30:20. SG Pilatus - SG Wahlen Laufen 38:22. Pratteln - Olten 20:21. Dagmersellen - Stans 31:25.

Rangliste (alle 8 Spiele): 1. SG Pilatus 12. 2. Stans 12. 3. Olten 12. 4. Pratteln 10. 5. Dagmersellen 6. 6. Muotathal 5. 7. Emmen 4. 8. SG Wahlen Laufen 2.

Dagmersellen - Stans 31:25 (14 :17)

Chrüzmatt. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Dagmersellen; 1-mal 2 Minuten gegen Stans. – Dagmersellen: Häller/Scheurer; F. Häfliger, Wyss (6), P. Tschupp, K. Tschupp (7), Th. Häfliger, Peyer (1), Theiler (3/2), Renggli (3), Konecnik (5), Born (4), Sommer (2). – Stans: Schneider/Maric; Mathis, Imfeld (4), Lussi (3), Niederberger (2), Hasler, Christen, D. Wanner (4), Börnert, Widmer, L. Wanner (5), Henrich (7/3).

«Vieles hat sich im Kreis gedreht, und ich konnte das Karussell nicht mehr stoppen.»

Othmar Buholzer

Cheftrainer TV Dagmersellen


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