Nottwils vergebliche Aufholjagd

2. LIGA REGIONAL ⋅ So hat man sich beim FC Nottwil den Saisonauftakt kaum vorgestellt. Nach dem 3:4 gegen den FC Malters bleibt das Team auf einem Punkt sitzen.

13. September 2016, 00:00

Ruedi Vollenwyder

Was will das Fussballerherz noch mehr! Sieben Tore, eine imposante Nottwiler Aufholjagd nach einem 0:3-Rückstand. Und kurz nach dem 3:3-Ausgleich ein herrlicher Angriff von Malters, den Festim Neziri nach einem Superzuspiel von Alain Grüter mit dem 4:3-Siegtreffer für das Team von Ueli Käppeli abschloss. Der Spektakel-Schlusspunkt dann in der 91. Minute: Michael Peters Kopfball landete an der Latte ... Es wäre der 4:4-Ausgleich gewesen. Die Fans kamen in diesem für beide Mannschaften äusserst wichtigen Match dank des turbulenten Spielverlaufes voll auf ihre Rechnung. Allerdings nicht, was die Qualität dieses kampfbetonten Matches angeht. In dieser Hinsicht lag doch beidseits spielerisch einiges im Argen.

Die Reaktionen nach dem beidseits offensiv gespielten Match waren denn auch völlig konträr. Hasan Özoglu: «Eine bittere Niederlage. Wir haben Malters viel zu viele Geschenke verteilt.» Er spricht primär das 0:1 (28.) an, das Nottwils Captain Pascal Bühlmann «auf seine Kappe» nehmen muss. Seinen Rückpass auf Goalie Lukas Weingartner erlief Nicolas Schneuwly, der souverän skorte. «Ja, der Ärger über meinen Fauxpas ist bei mir riesengross. Dieses Gegentor war für unser Selbstvertrauen sicher nicht förderlich.» Nottwils mangelnde Konzentration zeigte sich auch nach spielerisch biederen ersten 45 Minuten kurz nach Wiederbeginn: In der 53. Minute wurde nach einem kurz ge­spielten Corner Dario Wirz vergessen – 0:2, vier Minuten später köpfelte Alain Grüter einen Flankenball des eingewechselten Festim Neziri, völlig frei stehend, zum 0:3 ein.

Vorsprung blendet Malters

Auf Seiten von Malters gibt Trainer Ueli Käppeli zu: «In der Schlussphase musste ich brutal zittern. Der Grund: Wir haben dem Gegner nach unserer 3:0-Führung die Chance gegeben, das Spiel zu machen.» Und Nottwil nützte dieses Nachlassen der Malterser resolut aus. 68. Minute: Dario Roos setzte einen Freistossball herrlich zum 1:3 ins Netz; 75. Minute: Christian Estermann zog nach einem langen Ball auf und davon – 2:3; 81. Minute: David Portmann krönte eine schöne Ballstafette mit dem 3:3-Ausgleich. Ehe der FC Malters, wie oben beschrieben, noch den 4:3-Siegtreffer landen konnte. Käppeli erleichtert: «Das Wichtigste für das Team und mich sind am Schluss die drei gewonnenen Punkte, Zittern hin oder her.» Der 26-jährige Nottwiler Abwehrspieler Pascal Bühlmann hingegen haderte: «Wir wurden für die tolle Moral einmal mehr nicht belohnt und stehen wieder mit leeren Händen da. Aber wir werden ob unserem Fehlstart nicht nervös. Wir sind uns solche Situationen ja gewohnt.»

Dario Wirz, dem für Malters das 2:0 gelang, geht mit dem Spiel der eigenen Mannschaft hart ins Gericht. «Die zwei schnellen Tore nach der Pause zum 3:0 haben uns geblendet.» Und kritisiert: «Nach diesem klaren Vorsprung haben wir aufgehört, Fussball zu spielen, und gedacht, der Match sei gelaufen», analysierte der 19-jährige Elektriker, der im zentralen Mittelfeld für Malters die Fäden zieht und auf seiner Wunschposition diesen Part auch gut erfüllte. Der Lohn: Sein Treffer zum 2:0 rundete seine gute Leistung ab.


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