Orler schafft bei schwierigen Verhältnissen das Triple

SEGELN ⋅ Renzo Orler gewinnt auch die letzte Regatta des Vierwaldstättersee-Cups. Mit drei Starts und drei Siegen ist der Luzerner der Dominator der Kreuzer-Klasse.

13. September 2016, 00:00

Langstreckenregatten sind nicht jedermanns Sache. Während viele Segler die fest vorgegebenen Kurse gar nicht mögen und von Dümpel-Events sprechen, ist für andere die Suche nach Wind und damit die Qual der besten Routenwahl gerade das Salz in der Suppe, das Regattieren attraktiv macht.

Windlotterie beeinflusst Rennen

Das Bürgenstock-Race, der letzte Event der Vierwaldstätter-Cup-Serie, ist eine solche Regatta mit Start in Ennetbürgen und einer langen Fahrt durch das Gersauer Becken nach Brunnen und zurück. Bei guten Windverhältnissen sollte diese Strecke zweimal gefahren werden. Doch dazu gab es am letzten Samstag viel zu wenig Wind. Regattaleiter Cyril Kohler vom organisierenden Segelklub Ennetbürgen schickte die 40 Jachten gegen Mittag bei einem schönen Lüftchen Richtung Brunnen. Leider hielt dieses aber nicht lange, grosse Windlöcher liessen das Feld immer mehr auseinanderdriften. Auch auf dem Rückweg änderte sich nichts, es schien, dass manchmal pures Glück entschied, ob man mit einem Hauch Wind vorwärtskam oder bei keinem Wind parkierte.

Revierkenntnis entscheidend

Renzo Orler scheint aber gerade mit solchen Bedingungen gut zurechtzukommen. Bereits bei der 50-Meilen-Trophy hatte er bei sehr wenig Wind in der Kreuzer-Klasse überlegen gewonnen. «Natürlich ist auch etwas Glück dabei, aber wer den See sehr gut kennt, der weiss schon, wo man nie hinsegeln darf», so Orler. Beim Bürgenstock-Race stellte Orler seinen guten Windriecher besonders in der Schlussphase einmal mehr unter Beweis. Statt Richtung Ziel zu segeln, nahm er einen Umweg zu den beiden Nasen in Kauf und erhielt vom Weggiser Becken tatsächlich Wind, der sein Boot als erstes und einziges der Kreuzer-Klasse über die Ziellinie brachte. Orler gewann damit bereits die dritte Regatta in Folge, auch ein Beweis dafür, dass es keine Zufallssieger gibt.

Optimierung nötig

Natürlich freut sich Orler, dass er zum ersten Mal die Jahreswertung des Vierwaldstättersee-Cups gewinnen konnte, nachdem er hier schon seit Jahrzehnten mitsegelt. Etwas nachdenklich stimmte ihn aber schon, dass bei solchen Regatten viele Boote jeweils nicht ins Ziel kommen. «Ich wünsche mir, dass Regattaleitungen flexibler reagieren könnten, die Kurse schneller variieren und den Windverhältnissen anpassen, damit die Segler nicht solchen Frust erleben müssen», sagt Orler abschliessend.

Walter Rudin

Hinweis

Resultate unter: vc-cup.ch


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