Ruswil kann bereits Playouts planen

VOLLEYBALL ⋅ Die Vorrundenbilanz von Fides Ruswil in der NLB fällt ernüchternd aus. Die Playoff-Plätze sind praktisch unerreichbar geworden.

22. November 2016, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

«Die Konstanz ist der magische Schlüssel, auf welchen man im Match gegen Aadorf setzen sollte.» Dank dieser Taktikthese, gelesen auf der Vereinshomepage, wollte man bei Fides Ruswil endlich auf die Erfolgsspur zurück. Dieses Vorhaben ging aber gründlich daneben. Auch der Match gegen die Thurgauerinnen ging mit 0:3 (18:25, 11:25, 18:25) sang- und klanglos verloren. Die Stimmung im Lager der Ruswilerin-nen, die ohne die erkrankte Luisa Böbner antreten mussten, war denn nach dieser erneuten, sechsten Niederlage im Keller. Die 21-jährige Belinda Bühler, noch eine der erfolgreicheren Punktesammlerinnen, meinte denn auch niedergeschlagen: «Wir hatten keine Chance gegen die aggressiv spielenden Aadorferinnen. Wegen unserer schwachen Serviceannahmen und der Positionsumstellungen fanden wir überhaupt nicht ins Spiel, konnten keinen Druck aufbauen.»

Die spielerisch stark und auch taktisch klug agierenden Thurgauerinnen hatten die Schwachstelle im Teamgefüge der doch recht verunsicherten Ruswiler Volleyballerinnen schnell ausgemacht und zogen ihr aggressives Spiel mit perfiden Servicebällen aufs schwächste Glied im Ruswiler Abwehrdispositiv konsequent durch. Die logische Folge: Aadorf diktierte das Spielgeschehen bis auf eine gute kurze Ruswiler Phase im dritten Satz nach Belieben und holte verdientermassen diese drei Auswärtspunkte. So sah es auch Peter Marti: «Wir haben einen sehr, sehr schwachen Match gespielt. Das nötige Selbstvertrauen in die eigene Leistung fehlte, und so gab es auch keine Impulse, um das Optimum herauszuholen.» In dieser Hinsicht waren die Gäste dem Heimteam um Längen voraus.

Fides hat viel an Routine verloren

Für Fides Ruswil geht eine Vorrunde zu Ende, welche man so nicht erwartet hat. Das Team um Trainer Peter Marti holte dank einem 3:2-Sieg über Steinhausen nur magere zwei Punkte. Obwohl man bei Fides Ruswil als Saisonziel, wie in der letzten Saison, das Erreichen der Playoffs vorgab. Was lief daneben? Peter Marti gefasst, aber auch ein wenig ratlos: «Einiges! Mit den Rücktritten erfahrener Spielerinnen, welche wir mit jungen Spielerinnen ergänzten, gingen viel Spielsubstanz und Erfahrung verloren, die in hektischen Momenten fehlten. Dazu kamen Absenzen wegen Ferien und Verletzungspech. Und schon bewegten wir uns in einer Negativspirale, in der auch das Selbstvertrauen litt und aus der wir nicht mehr herausfanden.»

Für den Ruswiler Trainer und seine Schützlinge ist der Weg nach der missratenen Vorrunde aufgegleist. Das Saisonziel müssen die Ruswilerinnen revidieren, der Zehn-Punkte-Rückstand auf den 4. Rang, welcher die Qualifikation für die Playoffs bedeutet, ist zu gross und realistisch gesehen nicht mehr aufzuholen. Der Fokus in der Rückrunde gilt ab sofort der Vorbereitung auf die Abstiegsrunde. Belinda Bühler: «Wir kennen nun die Mannschaften, die in unserer Reichweite liegen. In diesen Spielen wollen wir die Punkte zurückholen, welche wir unnötig abgegeben haben.» Sie verspricht: «Wir geben in der Rückrunde nochmals Vollgas, um eine möglichst gute Ausgangs­lage für die Abstiegsrunde zu erarbeiten.»

Frauen, NLB

Ostgruppe: Glarus - FC Luzern II 3:2. Ruswil - Aadorf 0:3. Steinhausen - Schaan 0:3. Toggenburg - Giubiasco 3:0.

Rangliste (alle 7 Spiele): 1. Toggenburg 18. 2. Glarus 14. 3. Giubiasco 14. 4. Aadorf 12 (16:12). 5. FC Luzern II 12 (14:13). 6. Schaan 10. 7. Fides Ruswil 2 (4:20). 8. Steinhausen 2 (7:21).

Fides Ruswil - Aadorf 0:3

Neue Dorfhalle. – 90 Zuschauer. – SR Nellen/Wiederkehr. – Spieldauer: 56 Minuten. – Sätze: 18:25, 11:25, 18:25. – Fides Ruswil: Böbner, Kesten, Bucher, Limacher, Niederberger, Furrer, Bühler, Bogosavljevic (Libera); Bättig (Libera), Baumann. – Aadorf: Anja Lutz, Albertoni, Egger, Koch, Nina Lutz, Meili, Pantaleoni (Libera).

Hinweis

Mehr Volleyball-Resultate auf der Seite 32.

«Wir bewegten uns in einer Negativ- spirale, aus der wir nicht mehr herausfanden.»

Peter Marti

Trainer Fides Ruswil


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