Uri wendet den Abstieg ab

UNIHOCKEY ⋅ Das Frauenteam von Floorball Uri verbleibt in der Nationalliga B. Im vierten Playout-Spiel gegen Zürich Lioness beenden die Urnerinnen mit einem 4:1-Heimsieg die Best-of-5-Serie.
11. April 2017, 00:00

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

«Mir fällt ein grosser Stein vom Herzen. Ich bin erleichtert, dass wir dem grossen Druck standgehalten und diese Nervenprobe erfolgreich gemeistert haben», das waren die ersten Worte von Uri-Co-Trainer Roger Metry nach dem dritten Sieg am Sonntag. Vor zahlreichen Fans, die mit Kuhglocken für einen ohrenbetäubenden Lärm sorgten, besiegten die NLB-erfahrenen Urnerinnen im vierten Playout-Spiel den Erstligisten Zürich Lioness mit 4:1. Damit sicherten sie sich in der Best-of-five-Serie den Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse.

Trotz des letztlich deutlichen Erfolgs zeigte sich Metry mit der Leistung seines Teams nicht ganz zufrieden. «Auch das vierte Playoff-Spiel war symptomatisch für die ganze Saison. Wir agierten verkrampft und liessen erneut zu viele Topchancen ungenutzt. Das hätte auch ins Auge gehen können.» Uri spielte zwar zu Beginn der Partie überlegen, geriet jedoch in der 13. Minute durch einen perfiden Aufsetzer mit 0:1 ins Hintertreffen. Kurz vor Drittel­ende gelang Linda Kempf nach einer schönen Passkombination mit Angela Tresch der 1:1-Ausgleich. In der 26. Minute sorgte dann die Assistin für die Urner Führung. Mit einem beherzten Schlenzer erzielte Angela Tresch Treffer Nummer zwei.

Zu Beginn des Schlussdrittels kamen die Urnerinnen zu zahlreichen Kontermöglichkeiten, vermochten diese jedoch nicht in Tore umzumünzen. Zürich war mehrmals nahe am Ausgleich dran. Doch die Gastgeberinnen machten sieben Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit alle Hoffnungen der Gäste endgültig zunichte. Sara Tresch schloss einen Solovorstoss mit dem erlösenden 3:1 ab. Nun ersetzten die Löwinnen ihre Keeperin durch eine sechste Feldspielerin und kassierten prompt in dieser Phase einen weiteren Gegentreffer.

Abstiegs-Playoff war schwierige Situation

Dass sich die Urschweizerinnen in der Playout-Serie gegen den Underdog derart schwertaten und sogar das erste Heimspiel verloren, kam überraschend. Denn im Playoff-Viertelfinal hatte Uri nämlich NLB-Qualifikationssieger St. Gallen-Waldkirch noch tüchtig eingeheizt und die hochfavorisierten Ostschweizerinnen fast aus dem Meisterschaftsrennen geworfen. «Nach dem knappen Ausscheiden in den Playoffs war es für den Staff schwierig, das Team mental auf den Abstiegskampf einzustellen», verriet Metry und fügte an: «Zürich Lioness hatte den Vorteil, völlig unbeschwert antreten zu können. Von uns hingegen erwarteten alle, dass wir uns durchsetzen. Das war eine schwierige Situation.»

Den Schlendrian beseitigen

In der Saison 2015/16 spielten die Urnerinnen unbeschwerter auf und beendeten ihre erste Saison in der NLB auf dem beachtlichen fünften Platz. «Damals war uns alles viel leichter von der Hand gegangen, wir waren weit davon entfernt, etwas mit dem Abstieg zu tun zu haben. Dadurch hat sich ein Schlendrian eingenistet, den wir im Hinblick auf die nächste Saison unbedingt beseitigen müssen», weiss Metry.

Mit Schlendrian meinte Metry auch die vielen Absenzen in den Trainings. Nun gelte es, die richtigen Schlüsse aus dieser Saison zu ziehen: «Wir werden einerseits den Trainingsumfang erhöhen und andererseits auch eine konsequentere Beteiligung fordern. In der äusserst ausgeglichenen NLB, in der jeder jeden schlagen kann, kann man sich keine Halbheiten erlauben. Das hat sich in dieser Saison deutlich gezeigt.»

Auf-/Abstieg 1. Liga/NLB

Best-of-5-Serie. 3. Runde: Floorball Uri – Zürich Lioness 4:1 (1:1 1:0, 2:0). – Endstand: 3:1. Floorball Uri bleibt in der NLB.


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