Willisau rüstet zum Angriff

HANDBALL ⋅ Der STV Willisau ist weit von seinem früheren Glanz entfernt. Und trotzdem ist der Blick der Luzerner Hinterländer in die nahe Zukunft ambitioniert.
21. März 2017, 00:00

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeiutng.ch

Willisau – das Städtchen im Luzerner Hinterland war einst eine Hochburg der regionalen Handballszene. Die Frauen spielten bis 2013 in der zweithöchsten Liga des Landes, die Männer kamen 2010 und 2013 nahe an den NLB-Aufstieg heran. Im Vergleich dazu wirkt die Aktualität eher trist: Die Willisauerinnen sind in der 1. Liga in grosser Abstiegsgefahr, die Männer spielen bereits die zweite Saison in der 2. Liga und zählen dort nicht zu den Spitzenmannschaften.

«Beide Teams verfügen über sehr junge Kader und erleben derzeit einen Umbruch», erklärt Erich Albisser, der die Handball-Abteilung des STV Willisau leitet. Niedergeschlagen wirkt er dabei nicht, ganz im Gegenteil. Albisser sagt nämlich auch: «Aufgrund unserer Jugendförderung entsteht bei uns etwas Tolles!»

Es lohnt sich also ein etwas genauerer Blick nach Willisau. Die 1.-Liga-Frauen belegen aktuell den zweitletzten Platz in der Abstiegsrunde, womit sie sich am Ende wenigstens in die Barrage retten könnten. Nur der Letztklassierte wird direkt relegiert, und diesen Platz haben sie am letzten Donnerstag dank dem 20:15-Auswärtssieg gegen Dietikon-Urdorf abtreten können. Obwohl am Samstag, also nur zwei Tage später, eine 18:22-Niederlage in Frick folgte, glaubt Albisser an das Team. «Die Spielerinnen haben viel Talent, ich bin optimistisch.»

Vorzeitiger Trainerwechsel bringt Optimismus

Der jüngst erfolgte Trainerwechsel soll dabei für neue Impulse sorgen, vor allem an Selbstvertrauen habe es ­zuletzt gemangelt. Mitat Ferati, der sein Engagement an der ­Seitenlinie ohnehin nicht verlängert hätte, ist durch Sabine ­Büchli und Arno Huber ersetzt worden. Eine interne Lösung, die das Schlimmste, sprich den Abstieg in die 2. Liga, verhindern soll.

20 Jahre betrage es in etwa, das Durchschnittsalter der Willisauerinnen, sagt Albisser. Was ihnen vorab fehle, sei deshalb die Routine. Mit Vera Kreiliger, Selin Muri und Céline Cranz verfüge man zwar auch über erfahrenes Personal, aber eben am Flügel und am Kreis und nicht auf den wichtigen Positionen im Rückraum. Die beiden Spielmacherinnen Tiziana Blum und Toska Ferati beispielsweise sind erst 19 beziehungsweise 17 Jahre alt. Doch genau diese Jugendlichkeit und das damit verbundene Verbesserungspotenzial lassen Albisser positiv gestimmt nach vorne blicken. «Wir haben eine ganz gute U16-Auswahl, da kommen einige Talente nach. In drei, vier Jahren kann es durchaus sein, dass wir wieder angreifen und die SPL2 ins Visier nehmen.»

Die Männer stehen zurzeit in der 2. Liga auf dem fünften Platz. Dass sie in ihrer Gruppe trotzdem als Spitzenteam einzuordnen sind, ist aussergewöhnlichen Umständen geschuldet. Bis zum 10. März mussten nämlich alle Vereine festlegen, ob sie auf einen allfälligen Aufstieg verzichten würden. In der Gruppe 4 führte dies zur grotesken Situation, dass nicht weniger als neun von zwölf Teams mit einem Stern versehen worden sind. Das bedeutet so viel wie: Aufstieg nicht möglich oder nicht erwünscht.

Aufstieg in die 1. Liga noch zu früh

Willisau ist das am besten klassierte Team ohne Stern. «Auch für uns käme ein Aufstieg zu früh, doch wir würden die Aufstiegsspiele als Chance sehen. Das machen wir für die Leute, die sich mit so viel Herzblut bei uns engagieren», führt Albisser aus. Die Willisauer unterziehen sich derzeit ebenfalls einer Verjüngungskur, im Sommer wird diese mit dem Rückzug von Peter und Urs Greber weiter fortgesetzt. Auch hier sorgen vielversprechende Junioren aber für eine gute Zukunftsperspektive, weshalb Albisser festhält: «In zwei, drei Jahren wollen wir zurück in die 1. Liga.»

Hinweis

Resultate auf der Seite 37.


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